Alle Artikel mit dem Schlagwort: Rezension

Altes, neu vermischt

Es ist nun wirklich nichts Neues: Ein Musiker macht ein Album, nachdem er als selbstinszenierter und furchtbar sensibler Weltenbummler irgendwie inspiriert wurde und dann allzu bekannte, leicht verdauliche Häppchen einer vermeintlichen Authentizität kredenzt. Bonapartes neues und inzwischen siebtes Album Was mir passiert präsentiert solch eine Musik.

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Musik, Titel

Ann Cotten – Lyophilia

von Simon Rösel

Lyophilia ist ein zähes, schwer lesbares und stellenweise ganz wunderbares Buch. Der Suhrkamp-Verlag, der die Bücher der österreicherischen Autorin verlegt, nennt es Science-Fiction auf Hegelbasis. Das meint wahrscheinlich, dass das Buch dialektisch angelegt sei. Tatsächlich besteht Lyophilia hauptsächlich aus zwei längeren Erzählungen, die sich antithetisch gegenüberstehen. In der Erzählung „Proteus“ geht es um eine Dreiecksbeziehung des Musikers Zladko zur slowenischen Politikerin Ganja...

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Literatur, Rezensionen

Stinkende Straßen und der Wunsch des Vergessens

von Philip J. Dingeldey

Lyrik muss nicht immer erhaben sein; Lyrik muss nicht immer romantisch sein; und vor allem muss Lyrik nicht immer schön sein. Fabian Lenthes Gedichte sind nichts davon. Sie sind verstörend, sie thematisieren Armut, Elend, Isolation und das Leben auf der Straße. 25 neue Gedichte von ihm sind jetzt in einem dünnen Bändchen erschienen, zusammen mit ebenso vielen dazugehörigen Illustrationen des Künstlers...

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Literatur, Rezensionen

Die Pyramiden von Kanada

In seinem Roman Kanada erzählt Juan Gómes Bárcena die Geschichte eines Auschwitz-Überlebenden, der versucht, ins Leben zurückzufinden. Um dessen Schicksal nachzuempfinden, hält er einen konfrontativen, eindrücklichen Stil bereit, der Schwächen bewusst in Kauf nimmt, um am Ende dann doch in der Magengrube seiner Leser٭innen einzuschlagen.

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Artikel, Literatur

Widersprüchliche Spielsprachen

Dass menschliche Sprachen engere Grenzen haben als wir meist glauben, macht uns so mancher Lyriker klar. Der Dichter und Essayist José F. A. Oliver hat dies jedoch in seinen Gedichten enorm kultiviert und bricht so manche sprachliche Wand ein. Er erschafft teils aus Spaltungen und Neukombinationen von Wörtern, Sätzen und Satzzeichen radikal Neues. So lässt auch sein neuer Band wundgewähr in einem unkonventionellen, anderen...

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Artikel, Literatur