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LA LA LAND – Wo Luxusprobleme noch Probleme sein dürfen

In seinem dritten Kinofilm „La La Land“ erzählt Damien Chazelle die Geschichte zweier Menschen, die davon träumen, ihre Kunst zum Beruf zu machen, einander auf diesem Weg begegnen und sich überraschenderweise ineinander verlieben.


Schauspielerin Mia (Emma Stone) und Jazzmusiker Sebastian (Ryan Gosling) könnten kaum unterschiedlicher sein. Sie, die sich vor Selbstzweifeln kaum zum Casting traut, er der völlig davon überzeugt ist, ein begnadeter Pianist zu sein, und es kaum aushält, in Restaurants den Hintergrundmusiker zu geben.

Schnell hat der charismatische junge Mann die unsichere, hübsche Schauspielerin von sich überzeugt. Frisch verliebt arbeiten sie nun Hand in Hand an ihrem Erfolg. Sie erhält durch ihn das Selbstvertrauen, das ihr zu fehlen schien, er die Motivation für Geld Musik zu machen um anschießend den Traum einer eigenen Jazz-Bar verwirklichen zu können.

Immer wieder untermalt Chazelle die romantischen Momente dieser scheinbar symbiotischen Beziehung mit Tanz und Gesangseinlagen, in denen die Hauptdarsteller*innen ihrer gegenseitigen Liebe Ausdruck verleihen. Doch aus jedem Traum gibt es ein Erwachen und allmählich müssen die beiden realisieren, dass sie sich in ihren Träumereien voneinander entfernt haben. Er, da er die nächsten Jahre mit einer erfolgreichen Band touren wird, anstatt seine Bar zu eröffnen und sie, da ihr klar wird, dass sie vielleicht doch nicht das einzigartige schauspielerische Talent ist, das sie zu sein glaubte.

Nach eigener Aussage versucht Chazelle nicht nur eine Geschichte über Träumer (und Träumerinnen) zu erzählen, sondern auch zu zeigen, wie schwierig es ist, die Balance zwischen „Leben“ und „Kunst“ zu halten. Leider hält er hierbei jedoch selbst nicht die Balance zwischen ernsthafter Auseinandersetzung mit universalen Problemen des Erwachsenwerdens und den Luxusproblemen zweier, dem gängigen Schönheitsideal entsprechender, ohne Geld- oder Gesundheitsproblem dahinlebender Erwachsener, die bemerken, dass es Teil des Erwachsenwerdens ist, seine Träume zu überdenken.

Eingebettet in die glitzernde Scheinwelt Hollywoods tanzen und singen sich die beiden von Szene zu Szene. Unterbrochen wird dieses „Musical“ durch wenige Dialoge, von denen ein kleiner Teil annähernd geistreich ist, es aber immerhin möglich macht, ein vages Bild der dargestellten Persönlichkeiten zu zeichnen. Genauer muss das Bild aber auch nicht sein, da keine der beiden, nur scheinbar in ihrer Perfektion gebrochenen, Personen als Identifikationsfigur für das Publikum erreichbar ist.

Über diese offensichtliche Schwäche des Filmes kann auch die aufwändige Musik und die tadellose schauspielerische Leistung von Emma Stone und Ryan Gosling nicht hinwegtäuschen. Auch der schleppende Versuch, die Lebenssituationen beider symbolisch mit Szenen wie einem Verkehrsstau zu untermalen, wird nur mit vollem Einsatz der Filmmusik in dieses Kinoerlebnis gepresst.

Über Geschmack lässt sich bekanntermaßen vortrefflich streiten und unmöglich sinnvoll diskutieren. Dennoch sollte man sich vor dem Besuch dieses Filmes eine einfache Frage stellen:

Möchte ich mir fast zweieinhalb Stunden auf Hochglanz polierte Luxusprobleme anschauen, oder nicht?

 

Quelle: YouTube

Titelbild: © Studiocanal

The Invitation – zwischen Dinnerparty-Kammerspiel und Sektenhorror

Im Folgenden ein paar Argumente für Karyn Kusamas Sektiererei „The Invitation“, eines der Highlights von 2016.


Was sind Kulte doch creepy. Die eindrucksvollsten (Horror-)Filme entstammen nicht selten dem Subgenre „Sektenhorror“. Ob sinistre Klassiker wie The Wicker Man, Rosemary’s Baby, Suspiria, Eyes Wide Shut oder weniger bekannte Perlen (Martyrs, Faults, Sound of My Voice) – das Konzept einer bösartig-eigensüchtigen, perfide manipulierenden Elite, die meist über mehr als bloß einen Wissensvorteil verfügt, ist faszinierend. Dasselbe gilt für die poetische Kraft von Verschwörungstheorien, deren „I want to believe“-Ästhetik neben der TV-Legende X-Files auch Geheimtipps zu einer treuen, mitunter kleinen Fanbase (vgl. Nowhere Man) verhalf.

In dem neuen Film von Karyn Kusama (zu deren Werken das vielgelobte Boxerindrama Girlfight sowie die vielverrissene Zeichentrickadaption Aeon Flux gehören) findet, ähnlich wie in Ben Wheatleys fiesem Kill List, eine Genre-Metamorphose statt. Das Dinnerparty-Kammerspiel, ebenfalls ein kataklysmusfreundliches Subgenre, beginnt als Familiendrama: Nach dem Unfalltod seines Sohnes vor zwei Jahren ist Will (Logan Marshall-Green) immer noch traumatisiert, und nun lädt seine immerzu lächelnde Ex-Frau Eden (Tammy Blanchard), die Mutter des Verstorbenen, gemeinsam mit ihrem neuen, überaus suspekten Ehemann David (Michiel Huisman, Game of Thrones) das erste Mal seit der Tragödie Will sowie einige gemeinsame Freunde zu einem Wiedersehen ein. Der Umstand, dass Eden nach ihrem Suizidversuch längere Zeit in der titelgebenden Sekte in Mexiko verlebt hat, dominiert schon bald die Zusammenkunft. Dementsprechend will sich Ungezwungenheit nicht so recht einstellen, zumal als denkbar unpassender Icebreaker ein Indoktrinationsfilmchen vorgeführt wird. Vielleicht erscheint es zunächst enttäuschend, wie plump der Kultanführer darin die Clubmitgliedschaft bewirbt, worauf kein halbwegs gebildeter Mensch hereinfallen würde. Doch das ist nur der Beginn einer wunderbaren Entwicklung über einen vor lauter Verhängnis unerträglich fesselnden Psychothriller hin zu einem entfesselten, möglicherweise etwas zu blutigen Horrorfinale.

Quelle: Vimeo

Dabei ist vor allem das Schauspiel des zunehmend paranoiden, von seinem Verlust irreparabel gezeichneten Hauptdarstellers intensiv. Aus ein paar seltsam deplatzierten Worten erwächst unwiderrufliche Apokalyptik, Omen verdichten sich – das Grauenhafte ist kurz davor, in die Realität hinüberzuwechseln. Die ins Ungeheuerliche verweisenden letzten Sekunden (seltsame Broadchurch-Parallele inklusive) mögen zwar durchaus artifiziell-übertrieben anmuten, verstören aber nachhaltig. Eine relevante Eigenschaft, die der Film mit den eingangs erwähnten Meisterwerken teilt.

Titelbild: © Drafthouse Films

24 Wochen – Julia Jentsch, Bjarne Mädel und eine Entscheidung

Wenn selbst in den leichtesten Szenen eine große Bedrückung liegt, handelt es sich um großes Kino. Bis der Druck zur Belastung wird. 24 Wochen von Anne Zohra Berrached.


Schon Arthur C. Danto stellte in seinem Aufsatz Moving Pictures die Frage, ob die konkrete Filmvorführung Teil einer Filmbesprechung sein sollte. Aufgrund automatisierter Vorführungsprozesse und der Austauschbarkeit von Vorführungen beschließt er, es nicht zu tun, und viel spricht ohnehin nicht dafür. Dennoch färbt es die Erfahrung eines Films, wenn bei einem einzigen Kinobesuch gleich zwei Personen ohnmächtig werden und mit Hilfe anderer vorzeitig den Saal verlassen müssen, während der Film fast hintergründig gnadenlos weiterläuft. Dies mag mutmaßlich auf ein Lüftungsproblem des Kinos (dessen Identität geschützt werden soll) zurückzuführen sein, aber es fällt schwer, die Möglichkeit auszublenden, dass es auch mit dem vorgeführten Film zusammenhängen könnte: 24 Wochen. Denn der Film weist, obwohl er auf konkrete Gewaltdarstellungen verzichtet, tatsächlich eine gewisse Brutalität auf, die auch für sein Publikum zur körperlichen Belastung werden kann.

Sein brutalstes Stilelement ist, dass der Film eigentlich alle Kriterien erfüllt, eine unbeschwerte Komödie zu sein. Vom Cast bis hin zu den Dialogen. Auch das Grundsetting um eine junge, erfolgreiche Familie in der Medienszene, die ihr zweites Kind erwartet, scheint zu stimmen. Und selbst Julia Jentsch, dem Publikum vor allem bekannt durch nachdenkliche, komplexe Rollen, gibt hier die unkritische Stand-Up-Komikerin Astrid Lorenz. Bjarne Mädel wiederum schafft es seit Jahren wie wenige andere, seine Rollen vollständig auszufüllen und gleich mehrere von ihnen – sei es Berthold “Ernie” Heisterkamp oder Tatortreiniger Heiko “Schotty” Schotte – zu popkulturellen Persönlichkeiten erwachsen zu lassen. In 24 Wochen jedoch tritt er in ungekannt ernsthafter, zurückgenommener Rolle auf und verkörpert Markus Häger, den Manager und Ehemann Astrids. Gerne würde man den beiden eine Weile in ihren antitypischen Rollen zusehen, und erfahren, wie sie diese entwickeln. Doch das Drehbuch hat andere Pläne und konfrontiert die beiden Charaktere mit ihren Inkohärenzen: Astrid mit ihrer Oberflächlichkeit, Markus mit seiner Zurückhaltung.

Beide werden gezwungen, eine folgenreiche und ethisch komplexe Entscheidung zu treffen, die ein wehrloses Wesen betrifft, für das sie die volle Verantwortung haben, nämlich das ungeborene Kind, das sie erwarten. Nicht nur ist dieses geistig behindert, worauf beide sich einlassen können, auch stellen Ärzte einen schweren Herzfehler fest, der unmittelbar nach der Geburt mehrere risikoreiche Operationen am offenen Herzen notwendig macht. Die deutsche Rechtsprechung gewährt den beiden allein schon durch die geistige Behinderung die Option einer Spätabtreibung, also einer künstlich eingeleiteten Geburt nach der 23. Schwangerschaftswoche, bei der dem Neugeborenen durch eine Kaliumchlorid-Spritze jede Überlebens-Chance genommen wird. Weiß man bereits durch Ankündigungen und Teaser, dass es sich bei dem Film um ein Drama über eine Abtreibungsfrage handelt, so beeinflusst dies von Anfang an den Eindruck der fast überzeichnet heilen Welt der Protagonisten. Auch verfärben sich die Anfangseinstellungen, die Comedy-Auftritte Astrids zeigen, in welchen sie ihr flaches Programm präsentiert und noch angesichts ihres Schwangerschaftsbauch darüber witzelt, ob sie nun einen Jungen oder ein Mädchen bekommt, und wie sie es am besten rollengerecht erziehen würde.

Schnell wird deutlich, dass man hier Julia Jentsch dabei zusehen kann, ihre komplexeste Rolle überhaupt zu entwickeln. Die Anspannung, die die beiden Protagonisten im Laufe des Films übermannt, ist dem Filmpublikum von Anfang vor Augen. Ein weiteres beeindruckendes Stilelement des Films besteht darin, dass sämtliche Mediziner und Pflegemitarbeiter nicht von Schauspielern, sondern echten Fachkräften verkörpert werden. Mit schonungslos fachgerechter Sachlichkeit konfrontieren sie die beide mit ihrem Schicksal, was für das Filmpublikum eine zermürbend realistische Wirkung hat. Nebenbei schafft Regisseurin Anne Zohra Berrached mit dem Film auch ihren eigenen Kosmos, da sie Figuren aus ihrem Debüt-Film Zwei Mütter wieder auftauchen lässt. Sie treffen in einer Kinderstation auf Astrid und Markus und nehmen Einfluss auf sie.

Den größten Einfluss auf die beiden übt jedoch ihr privates Umfeld aus, das schnell seine Leichtigkeit und scheinbare Offenheit verliert. Ebenfalls spielt der mediale Druck, der auf ihnen lastet, eine erhebliche Rolle. Daher sind auch die Cameo-Auftritte einiger deutscher Comedians wie etwa Dieter Nuhr etwas irritierend. Denn in seiner Ganzheit betrachtet liest der Film sich durchaus als Kritik am oberflächlichen Medienbetrieb, konkret der Comedy-Szene, deren Vertreter zwar in der Lage sind, mit Witzen über Beziehungen und Rollenbilder Alltagskonflikte zu relativieren, echten Problemen und wirklichen Herausforderungen in Beziehungen jedoch in keiner Weise gewachsen sind. Für Astrid und Markus stellen die ärztlichen Diagnosen ein jähes Erwachen aus dieser Scheinwelt dar. Schnell erkennen sie, dass sie in ihrer Situation alleine sind und dass sie es nicht einmal schaffen, gemeinsam zu einer rationalen Entscheidung zu finden. Doch sie finden eine.

Sicher ist es möglich, den Film auch ohne Ohnmachtsanfall zu Ende zu sehen, trotzdem gelingt Berrached mit 24 Wochen die vielleicht bedrückendste und einnehmendste deutsche Produktion seit Sebastian Schippers Victoria.

Quelle: YouTube

Titelbild: © Friede Clausz, Neue Visionen Filmverleih

Overseas Rap-Rave Innovation

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Inzwischen glaubt man sich an DIE ANTWOORD gewöhnt zu haben und dennoch schaffen es die südafrikanischen Künstler immer wieder, sämtliches Augen- und Ohrenmerk jener auf sich zu lenken, die sich über den Rand des Mainstreams hinauslehnen und für provokanten Pop-Trash zu haben sind. Nachdem bereits DJ Muggs auf ihrem letzten Album mitwirkte, ist auf Mount Ninji And Da Nice Time Kid ein zweites Mitglied von Cypress Hill dabei. Ob die Liebe zum Weed die Kooperation gefestigt hat? Möglich wär’s.


Candy, Coffie, Satan. Das niedlich-böse Image von DIE ANTWOORD lässt an überdrehte Comics und die Prolls von New Kids denken. Ihre Musikvideos beginnen oft mit einem grotesken Plot. In Baby’s On Fire zum Beispiel sitzt Yolandi mit den Eltern und „Bruder“ Ninja am Tisch und dankt dem lieben Gott für Muttis Essen, ausverkaufe Konzerte in den USA und Satan – das ist übrigens der Familienhund.

Im Video zu Banana Brain bestickt die ahnungslose Mama ein Tuch mit „Jesus is die Antwoord“, während Töchterchen Yolandi Tee mit einer ausreichenden Portion Schlafpillen serviert und danach mit Bad Boy Ninja auf eine abgefuckte Rave-Party geht.

Ein Mash Up der Superlative

Sie raven und rappen auf Afrikaans sowie auf Englisch und haben darüber hinaus weitere südafrikanische Sprachen und Akzente im Repertoire. Sie drehen die Bad Boy Attitüde des Gangsta Raps gerne mal bis zum Anschlag auf und lassen zuweilen wie im Rock, Metal oder Gothic die Dämonen tanzen. Hinzu kommt das schrille Kindfrau-Image, das sich ¥o-Landi Vi$$er (im Gegensatz zu Björk) beherzt zu eigen macht. Der irritierende Bruch: Sixteen Jones, die reale, gemeinsame Tochter von ¥o-Landi und Ninja, ist ein semi-aktives Member der Crew.

Das neuste Album Mount Ninji And Da Nice Time Kid erfüllt alles, was das Herz eines DIE ANTWOORD Fans begehrt: Es wird geflucht, gequietscht, gerappt und ausgeteilt. Mit ihrer penetranten Kinderstimme spielt Yolandi wie eh und je mit Klischees und Gegensätzen. Besonders grotesk wirkt das im Track Daddy.

Der Mini-Track Wings On My Penis wurde geschrieben und gerappt von Lil Tommy Terror, der zum Aufnahmezeitpunkt 6 Jahre alt war. Im darauffolgenden Skit U Like Boobies? preist ¥o-Landi ihm die (natürlich nicht jugendfreien) Angebote des ominösen „rat hole“ an, um darauf im Tim-Burton-Kirmes-Style mit Jack Black und Ninja Rats Rule zu rappen. Hier erkennen wir, dass DIE ANTWOORD auch junge Talente zu fördern weiß.

Die Schönen und die Biester

Einerseits sehen sich DIE ANTWOORD als rats, womit sie eine Stufe tiefer wären als die underdogs, andererseits ziehen sie sich mit amerikanischen Stars wie Dita Von Teese dicke Fische an Land. Sie war bereits im Musikvideo zu Ugly Boy neben weiteren Größen aus der US-Popwelt zu sehen und ist nun auch auf dem neuen Album zu hören. Gucci Coochie erscheint wie das weibliche Gegenstück zum 2012 releasten Single-Track XP€N$IV $H1T.

Vor ein paar Jahren dissten DIE ANTWOORD Lady Gaga im Clip zu Fatty Boom Boom. Daraufhin war sie beleidigt, da sie ursprünglich DIE ANTWOORD als Tour-Support dabei haben wollte. In diesem Diss wurde wohl eher mit ihrem kolonialen Großmut als Pop-Queen und nicht mit ihrer Genialität als Popkünstlerin abgerechnet.

Dass DIE ANTWOORD einen Hang zur (Selbst-)Ironie haben, zeigt sich vor allem in ihren Skits. Im Opener des kürzlich releasten Mixtapes Suck On This rufen Yolandi und Ninja die Amerikaner zur richtigen Aussprache ihres Bandnamen auf; im Track Jonah Hill unterbrechen sie sich bei der Aufnahme, um eine sinnfreie Diskussion mit God vom Zaun zu brechen. Da fehlt nur noch Ninja, der trocken einen Pimmelwitz auf Afrikaans vorträgt.

X, Y, Zef

Seit dem Musikvideo zu I Fink U Freeky sind sie wohl zum international bekanntesten Act der südafrikanischen Zef-Culture geworden. Erfunden hat DIE ANTWOORD Zef aber nicht, sondern lediglich populär gemacht.

Ebenso wenig tauchten sie aus dem Nichts auf. Es war einmal die Kombo Max Normal, im Endstadium auch als MaxNormal.TV bekannt, in der Watkin Tudor Jones Jr. aka Max Normal aka Ninja bereits mit Yolandi Visser und Justin de Nobrega aka DJ Hi-Tek aka God agierten. Auf dem letzten Album dieser Formation sind bereits DIE ANTWOORD-typische Klänge und Flows zu vernehmen. Hier zum Beispiel ist Yolandi mit einer etwas moderateren Stimme zu hören; außerdem zitiert sie eines ihrer musikalischen Vorbilder (Marilyn Manson).

Ninja und ¥o-Landi können aber auch anders: Ihre nachdenkliche und verletzliche Seite zeigen sie in Tracks wie Donker Mag oder Darkling, der wohl der traurigste Song auf dem neuen Album ist. Romantische Rave-Songs wie I Don’t Care sind eher rar, erweitern jedoch den Blick auf das Spektrum ihres Schaffens.

Weirdo Cinema

Da DIE ANTWOORD ebenso viel Wert auf ihre visuelle Performance legen, sei zum Abschluss ihre bisherige cineastische Laufbahn umrissen.

Nachdem sie in Harmony Korines Kurzfilm Umshini Wam (2011) in creepy Pokémon-Overalls und Rollstühlen durch die Gegend trollten, erschien Neill Blomkamps Chappie (2015) in den Kinos. Hier spielten ¥o-Landi und Ninja zentrale Rollen und natürlich wieder sich selbst.

Besonders schräg (und liebenswert) wird der Film durch die Storyline, in der Ninja und Yolandi einen ausrangierten Polizeiroboter adoptieren und großziehen. Es ist überflüssig zu erwähnen, dass er letztendlich nicht seine ursprünglich zugedachte Funktion erfüllt und ganz nach Mommies und Daddys Vorbild handelt.

Titelbild: © Le Colmer, Pfotenmodel: Herrmann

Was ist ein guter Film? Von Kracauer zu Polanskis „Der Pianist“

Über die Frage, was einen guten Film ausmacht, lässt sich bekanntlich streiten. Schnell rutscht die Diskussion in den Austausch rein subjektiver Positionen: Der eine schwärmt seinen Kindheitshelden hinterher, der andere bewertet Filme ausschließlich nach Affinitäten, seien es Genres, besondere Schauspieler oder favorisierte Regisseure: Aber kann man diese subjektive Perspektive auch überwinden und einen rationalen Zugang zur Qualität von Filmen finden?

ein Gastbeitrag von Johannes Kellersmann


Wenn ja: Was ist dann ein guter Film? Diese Fragen stellte sich schon Siegfried Kracauer (1889-1966) in seiner 1964 veröffentlichten „Theorie des Films“. Vielleicht lässt sie sich am besten am Beispiel beantworten. Hierzu soll Roman Polanskis „Der Pianist“ von 2002 herhalten. Kracauers „Theorie des Films“ liefert einen wesentlichen Beitrag zur filmphilosophischen Debatte des 20. Jahrhunderts. Er geht davon aus, dass sich der Ursprung des Mediums Film in der Fotografie findet, dessen Besonderheiten in ihrer aufdeckenden Kraft und wirklichkeitsgetreuen Wiedergabe der Realität liegen. Da sich der Film wesentlich dadurch auszeichnet, bewegte Bilder zu erzeugen, lebt das Wesen der Fotografie in ihm weiter. Durch beide Medien hindurch zieht sich eine Diskussion um die Frage, wie Film oder Fotografie gestaltet sein sollen, um den spezifischen Besonderheiten des Mediums zu entsprechen.

Was macht also einen guten Film aus? Eine realistische Position ist der Auffassung, dass die Wiedergabe ungestellter Realität in all ihren Facetten und Besonderheiten wie z.B. der Akzentuierung des Zufälligen oder einer Vorliebe für die Unbestimmbarkeit der Aufnahmen das Wesen eines filmischen Films darstellen. Die Gegenposition argumentiert, dass eine bestimmte Auswahl und Anordnung von Elementen auf dem Bild eine vorher festgelegte Aussage besonders unterstreicht. In diesem Sinne sind die Fotografien bzw. Filme als künstlerische Kompositionen mit denen der Malerei (z.B. der Vergine delle Rocce von Da Vinci) vergleichbar. Kracauer behauptet nun, dass einzig die Foto- bzw. Filmkamera in der Lage ist, physische Realität auch in ihren feinsten Nuancen wiederzugeben. In Kombination mit der These, dass „die Leistungen innerhalb eines bestimmten Mediums künstlerisch umso befriedigender sind, je mehr sie von den spezifischen Eigenschaften dieses Mediums ausgehen“, lässt sich Kracauer in dieser Debatte also klar auf Seiten der Realisten einordnen.

Am Fallbeispiel: „Der Pianist“

„Der Pianist“ erzählt die Geschichte des begabten polnisch-jüdischen Pianisten Wladyslaw Szpilman (gespielt von Adrien Brody) vom Einmarsch der deutschen Truppen in Warschau im Jahr 1939 bis zur Befreiung der Stadt 1944. Als Vorlage diente die 1946 veröffentlichte Autobiographie „Der Pianist – mein wunderbares Überleben“ der Realperson Wladyslaw Szpilman. „Der Pianist“ rekonstruiert an dessen Beispiel das Schicksal der polnischen Juden in Warschau zur Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft: Nachdem Szpilman sowohl das Warschauer Ghetto überlebt als auch dem Abtransport ins Vernichtungslager Treblinka entkommen ist, arbeitet er eine Zeit lang als Zwangsarbeiter im Ghetto. Er kann zunächst aus diesem fliehen und sich anschließend mit Hilfe befreundeter Polen in Warschau versteckt halten. Szpilman muss unter großen Gefahren seine Verstecke wechseln und leidet sowohl an Krankheiten als auch an Hunger, kann sich aber bis zur Zeit des Warschauer Aufstands im Jahr 1944 versteckt halten. Im Zuge dessen werden allerdings weite Teile Warschaus und auch Szpilmans derzeitiges Versteck beschossen, sodass er die letzten Wochen bis zur Befreiung der Stadt auf der Suche nach Nahrung durch die Ruinen Warschaus irrt. Bezeichnenderweise wird er gerade durch einen deutschen General gerettet, der Szpilman Nahrung, Kleidung und Informationen zukommen lässt, anstatt ihn auszuliefern. „Der Pianist“ nun liefert einige Beispiele, an denen sich verdeutlichen lässt, was nach Kracauer einen guten Film zu eben diesem macht. Die hinter den Beispiel-Szenen angeführten Minutenangaben beziehen sich im Folgenden auf die handelsübliche, deutschsprachige 142-minütige DVD-Version.

Kamera und Lebenswelt

Nicht alle Objekte, die der Kamera prinzipiell zugänglich sind, eignen sich gleichermaßen für eine Wiedergabe durch diese. So üben beispielsweise Bewegungen eine besondere Anziehungskraft auf das Medium aus, da sie ausschließlich von der Kamera eingefangen werden können. Der improvisierte Tanz, der aufgrund seiner Bewegung als ein dem Film besonders gemäßer Gegenstand gelten kann, findet sich z.B. in der Szene, in der die polnischen Juden, die vor einer Bahnschranke auf die Möglichkeit warten, die vor ihnen liegende Straße zu passieren, von den deutschen Soldaten gezwungen werden, zu der gespielten Musik zu tanzen (18:45 min.). Der Tanz entspringt in dieser Szene klar der Lebenswelt der Juden und pointiert ihre schreckliche Lebenswirklichkeit. An der Auswahl der Tanzenden (Alte, körperlich Beeinträchtigte), ihrer Gestik und Mimik kanalisiert sich die Grausamkeit und Willkür, mit der die Deutschen über die Stadt herrschen.

Zu den Objekten, die für das Medium Film besonders geeignet sind, zählen ebenfalls solche, die nur aufgrund der Filmkamera und ihrer Techniken zur Geltung und damit in unser Bewusstsein kommen. Hierzu zählt „das Große“ wie bspw. Menschenmassen oder Landschaftsaufnahmen genauso wie „das Kleine“, das dem Zuschauer in Form von Nahaufnahmen zugänglich gemacht wird. „Der Pianist“ zeigt uns sowohl „das Große“ in Form wiederholter Aufnahmen von Straßenszenen oder der langsam und resigniert dahin schreitenden Masse der jüdische Bevölkerung (z.B. in 13:27 min.) als auch „das Kleine“, indem Nahaufnahmen von Szpilmans Händen oder Gesicht zu sehen sind. Diese Nahaufnahmen weisen über das eigentliche Bild in eine komplexe Welt hinaus. So lässt sich an Szpilmans Gesicht (z.B. in 88:45 min.) die ganze Tragik seines Schicksals mitsamt seinen Ängsten und Hoffnungen ablesen.

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© Tobis

Während die oben genannte Nahaufnahme über sich hinaus auf die Grauen von Szpilmans Alltagsrealität weist, müssen manche Ereignisse durch die Kamera eingefangen werden, um für uns überhaupt erst emotional bewältigbar zu werden. Die Darstellung der „Gräuel des Krieges“, von „Gewalttaten und Terrorakten“ überfordern den Einzelnen aufgrund ihrer Grausamkeit so sehr, dass erst eine Wiedergabe durch die Kamera, wie durch einen Filter, vor der emotionalen Überforderung schützt und das Ereignis dem Zuschauer zugänglich macht. Zusammenfassend ist zunächst also festzuhalten, dass „Der Pianist“ eine hohe Dichte an filmischen Objekten in seinen Aufnahmen behandelt und diese vieldeutig gestaltet, um dem Zuschauer die Möglichkeit zu geben, in eine über die dargestellten Szenen hinausweisende, komplexe Lebenswelt einzutauchen.

Affinität zum Zufälligen

Kracauer postuliert darüber hinaus bestimmte Affinitäten, die dem Medium Film zukommen und ihn somit zu einem guten, weil die spezifischen Charakteristika des Mediums berücksichtigenden Film machen: Zunächst hat der Film, wie bereits erwähnt, eine Affinität zur ungestellten Realität. Der Film ist also dann ästhetisch legitim, wenn er die Illusion der Wirklichkeit hervorruft. Die Aufnahmen in „Der Pianist“ betonen eindeutig die ungestellte Realität und lassen so diese Illusion der Wirklichkeit entstehen. Komplexe Szenerien des überfüllten Warschauer Ghettos (z.B. in 28:58 min.) zeigen das alltägliche Leben und heben nicht den Charakter in den Mittelpunkt, sondern lassen ihn mit seiner Umgebung verschmelzen, sodass nur noch die Kamerabewegung den Fokus auf den Schauspieler (in diesem Fall Szpilman) lenkt. Andernfalls würde er in der Masse untergehen. Weiterhin sind zufällige Elemente ins das Szenenbild eingebaut: So muss Szpilman z.B. über eine Leiche auf dem Gehweg steigen oder wird von einer offensichtlich geistig verwirrten Frau, die nach ihrem Mann sucht, angesprochen. Die Sicht auf den Charakter wird immer wieder dadurch unterbrochen, dass andere Passanten „zufällig“ vor der Kamera entlanggehen. Damit sind gleichzeitig Beispiele für die zweite Affinität des Films genannt: Die Affinität zum Zufälligen.

Quelle: YouTube

Das Zufällige erzählt Nebenstories des alltäglichen Lebens und verleiht dem Kamerabild dadurch erst den Eindruck von komplexer Realität. Es kann aber auch handlungsleitende Funktion übernehmen. So reißt Szpilman in einem Versteck aus Versehen die Regalbretter auf der Suche nach etwas Essbarem herunter, wird daraufhin entdeckt und muss schließlich aus der Wohnung fliehen (83:30 min.). Eine Affinität zur Endlosigkeit, also der Tendenz der abgebildeten Phänomene, ein raumzeitliches Kontinuum zu schaffen und den Zuschauer damit in eine zusammengehörige, verwobene Welt zu entführen, kommt dem Film nach Kracauer ebenfalls zu. Dies kann beispielsweise durch wiederholtes Einblenden von Daten geschehen, die eine zeitliche Einordnung der Szenen ermöglichen. Räumliche Kontinuität wird in „Der Pianist“ z.B. durch die Originalaufnahmen Warschaus in Kombination mit Orts- und Zeitangaben hergestellt. Wenn schließlich eine zerstörte Großstadt ohne Ortsangabe gezeigt wird (115:00 min.), dann ist diese trotzdem eindeutig zuzuordnen. Wiederkehrende Orte wie bspw. das Café Capri, in dem Szpilman zu Beginn des Films als Pianist spielt (20:58 min.) und das nach der Deportation der Juden zerstört wird (51:34 min.) schaffen zusätzlich raumzeitliche Kontinuität.

Zwischen Realität und Narration: Der Film

Schließlich sollen die Szenenbilder in einem guten Film in gewissem Sinne in ihrer Bedeutung offen bleiben. Nur wenn das Rohmaterial der Natur in seiner ihm eigenen Vieldeutigkeit erfasst wird, also seiner natürlichen Affinität zum Unbestimmbaren entspricht, kann es filmisch in Szene gesetzt werden. Hierbei ergibt sich das strukturelle Problem, dass der Regisseur einerseits die Story voranbringen muss und dafür vor allem Aufnahmen braucht, die eine bestimmte Aussage in den Vordergrund stellen, also gerade nicht vieldeutig sind und er andererseits die physische Realität um ihrer selbst willen, also bedeutungsoffen in Form von „freischwebenden Bildern materieller Realität“ wiedergeben sollte. Gerade diese freischwebenden Bilder haben nicht notwendig eine direkte Beziehung zur Story, sondern deuten über sich hinaus auf größere Sinnzusammenhänge und eröffnen somit eine physische Welt, in der die Story lediglich eingebettet ist. Es ist also ein weiteres Kriterium eines guten Films, diesen Balanceakt zu meistern.

Polanski gelingt dies in „Der Pianist“ auf hervorragende Weise: In der 69. Minute beobachtet Szpilman eine Cello spielende polnische Dame durch eine halbgeöffnete Tür. Diese Szene weist über sich hinaus auf die gesamte Problemlage des Films. Das Musizieren als Ausdruck eines lebenswerten Lebens und einer geordneten Gesellschaft steht in starkem Kontrast zu Szpilmans Situation und damit dem jüdischen Schicksal, da die Juden ein unmenschliches Leben am Rande der Vernichtung führen müssen. Die zwei aufeinanderprallenden Welten werden durch die fast geschlossene Tür nochmals kontrastiert. Die Gegenüberstellung wird schließlich mithilfe der unterschiedlichen Farbgebung der Aufnahmen auf die Spitze getrieben. Während Szpilmans blasses und müdes Gesicht in der Tür erscheint, ist der angrenzende Raum mit Sonnenlicht durchflutet. Grüne, gesunde Pflanzen stehen in dem Hintergrund, vor dem die polnische Dame in einem orangenen, sommerlichen Kleid spielt.

Projektion des Unsichtbaren: Der Schauspieler

Abschließend sollen noch die Sprache im Film und die Rolle des Schauspielers betrachtet werden: Kracauer steht der Sprache im Film grundsätzlich skeptisch gegenüber, da er befürchtet, es könne sich durch einen anspruchsvollen und fesselnden Dialog eine inhaltliche Ebene auftun, die parallel zu den dargestellten Bildern verläuft und damit die Aufmerksamkeit des Zuschauers von den Aufnahmen ablenkt. So nähert sich der Film dem Theaterschauspiel an, in welchem häufig Dialoge und nicht bewegte Bilder im Vordergrund stehen, und verliert so die durch seine Spezifika hervorgerufene Faszination auf den Zuschauer. Allerdings kann Filmsprache auch eine intendierte Wirkung unterstreichen, indem sie durch bestimmtes Vokabular oder einen individuellen Akzent einen besonderen Einblick in die Lebenswelt der Protagonisten ermöglicht, der durch die gezeigten Bilder in dieser Tiefe nicht zu erreichen gewesen wäre. Wenn z.B. Szpilmans Vater die neuen Anordnungen für die Juden aus der örtlichen Zeitung vorliest (9:37 min.), dann entsteht ein zufälliger, detaillierter und ungestellter Eindruck in das immer schrecklicher werdende Alltagsleben der Juden. Der Zuschauer wird hier durch die Worte direkt in die Welt der Protagonisten hineingezogen. Die Sprache ergänzt die Bilder zu einem authentischen Ganzen, dem sich der Zuschauer kaum noch entziehen kann.

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© Tobis

Der Filmschauspieler muss seine Rolle nach Kracauer zurückhaltend, beinahe beiläufig spielen, da die Kamera in der Lage ist, jede noch so kleine Veränderung der Mimik oder Gestik festzuhalten. Sein Spiel muss die unsichtbaren psychischen Vorgänge projizieren können, vieldeutig sein und über die sichtbaren Bilder hinausweisen. Im Gegensatz zum Theater dient die Szenerie im Film nicht dazu, den Schauspieler in den Mittelpunkt zu rücken. Vielmehr ist er ein „Objekt und Objekten“ und muss sich in die sich ständig wandelnde physische Realität einfügen. Brody gelingt diese Aufgabe in „Der Pianist“ außergewöhnlich gut: So verweist sein fast unbewegtes Gesicht im Schlafsaal der Zwangsarbeiter im Ghetto (64:56 min.) auf seine Ängste, Hoffnungen und Zweifel. Gleichzeitig spiegelt es die simple Tatsache wider, dass Szpilman trotz der Decke und dem neben ihm brennenden Ofen friert.

Zwischen Wachen und Träumen: Der Zuschauer

Der dem Medium entsprechend inszenierte Film wirkt also auf den Zuschauer emotional anziehend und fesselnd, sodass er sich während der Betrachtung immer mehr mit der Filmhandlung identifiziert. Im Gegensatz zum Theater, das den Besucher aufgrund der komponierten und symbolisch aufgeladenen Bühnenbilder und theatralischen Story vor allem auch intellektuell fordert, sorgt der gute Film dafür, dass sich der Zuschauer zusehends in diesem verliert und in einem Zustand „zwischen wachen und träumen“ befindet. Wenn sich der Film auf die Darstellung physischer Realität konzentriert, enthüllt er dem Zuschauer gleichzeitig einen bestimmten Ausschnitt der sichtbaren Realität mit einer Genauigkeit und einem derartigen Detailreichtum, das dem menschlichen Auge normalerweise meist entgeht. Der Film erschafft die Illusion der Wirklichkeit, in die der Zuschauer unwillkürlich hineingezogen wird, sodass er seine Beziehung zu der Welt, in der er lebt, vertieft und inniger gestaltet. Der gute Film lässt den Menschen „die Welt kennenlernen wie sein eigenes Haus, auch wenn er niemals über die engen Grenzen seines Dorfes hinauskommt“.


Johannes Kellersmann wohnt in Münster, weil man da so gut Filme gucken und Bücher lesen kann.

Titelbild: © Tobis

Kinemalismus – ein “Nicht-Filmmagazin inkl. Unfug”

Kinemalismus Filmmagazin

Kinemalismus, das hört sich doch nach einer neuen Stilrichtung an – so im Bereich Kino. Ist es auch irgendwie, allerdings in Form eines neuen, unabhängigen Filmmagazins aus Hamburg! Im April ist die zweite Ausgabe des Printmagazins erschienen, das sich selbst als „Nicht-Filmmagazin für öko-philosophisch angewandte Arthaus-Hobby-Cineasten inkl. Unfug“ betitelt. Genaueres erklärt uns Joachim Sperl, seines Zeichens Herausgeber und Art-Direktor des Kinemalismus Filmmagazins, im Interview.


 

postmondän: Joachim! Auf einem eurer Flyer ist zu lesen, dass ihr aus technischen Gründen leider keine Yoga-Kurse anbieten könnt. Ich bin schwer enttäuscht. Stattdessen gebt ihr ein „Nicht-Filmmagazin für öko-philosophisch angewandte Arthaus-Hobby-Cineasten inkl. Unfug“ heraus. Wie kams denn dazu? War Alkohol im Spiel?

 

Joachim: Oha ja, der Spruch mit dem Yoga. Für den hab ich schon sehr viel auf den Deckel bekommen. Leute kommen öfters und fragen dann: „Was habt denn gegen Yoga?.“ Ich frag dann meistens nach was sie genau meinen, was „wir“ denn „dagegen“ hätten. Dann lesen sie mir den Satz noch mal vor und ich erwidere immer: „Nun ja, als Filmmagazin ist es doch eigentlich völlig normal das man eher weniger Yoga-Kurse anbietet. Das liegt in der Natur eines Filmmagazins.
Würde ich mal behaupten.“ Aber das ist schon okay. Das zeigt auch sehr schön in welchen Zeiten wir leben. Das hat dann auch was von Realsatire und find ich gut. Lustigerweise gibt es hier in Hamburg aber ein Projekt das wirklich Filme während des Yogas zeigt. Davon hab ich vor ein paar Monaten gelesen. Vielleicht waren wir ja die Ideengeber. Von daher alles im Lot mit den Yoga-People und den Kinemalismus Boys and Girls.

Aber zurück zu Deiner Frage: also Alkohol war nicht während des ganzen Konzeptionsphase im Spiel. So im großen und ganzen hat mich das ganze Filmrezensionsgelese irgendwie genervt. Die ganze Szene und das drumherum, von der Filmkritik bis zu den ganzen Preisen und Festivals etc., dass ist mir alles zu hochtrabend. Für mich wird da ein extremer Pathos aufgebaut. Und ich bin gegen Pathos, da das immer etwas von kleinhalten der Leute hat. Es fehlt die Leichtigkeit. Film, Kino und deren Filmkritik stellt sich oft gerne als Heilige Kuh da. So ist auch der Magazinename eine Wortschöpfung aus “Kinema”; als Kino (kinesis/Bewegung) und zum anderen Teill aus Mini”malismus” (also Ideologie bzw. geistige Strömung …). Aber nicht unbedingt mit der Kunstströmung “Minimalismus” aus den 60ern zu vergleichen, wir sehen uns eher als eine Art Dadaismus.
Überhaupt ich fand das sowieso, auch über das Netz, viel zu viel und viel zu gleich über Filme berichtet wird und dann gor in mir die Frage ob das denn immer so sein muss

Auch durchs Internet konnten mich z.B., was den visuellen Part von Filmmagazinen, die abgebildeten und üblichen Promo Film Stills die man schon vorher im Netz gesehen hatte nicht mehr begeistern. So kam mir schlussendlich die Idee vielleicht eher eine Art satirisches Filmmagazin mit Illustrationen zu produzieren. Und natürlich, wie man am Magazinnamen erkennen kann eine neue „Filmmagazinbewegung“ zu starten, nach dem Symbolismus, Expressionismus, Futurismus, Dadaismus, Surrealismus etc. muss es ja auch mal eine Post-Post-Moderne Filmströmung geben in Heftform, die eine für diesen Sektor zeitgemäßen Rundumschlag veranschaulicht. Ein Magazin das über Filme schreibt, wie sie waren, aber vielleicht besser wie sie nie waren. Das ist die Kernidee eigentlich.

Es ist durchaus gewollte das man eine Art Collage von wirklichen Filmplots und dazu erfundenem kreiert. Es geht nicht in erster Linie darum Filme so wiederzugeben wie sie wirklich sind. Aber natürlich auch. Die Realität und so wie es wirklich ist kann man ja ganz schnell im Netz „nachsehen“ oder lesen, rund um die Uhr. Aber im Magazin finden sich natürlich auch „Filmmagzinstandarts“ ganz klar. Auch einen Service-Teil, wo wir z.B. independet Videotheken oder Filmemacher, Festivals vorstellen, aber auch eine Fotolovestory, Cartoons, Comics, Kontaktanzeigen, Homestorys vom Todesstern oder aus der Gruft von Christopher Lee. Nun ja, das hat mich schon eine ganze Weile beschäftigt. Mitte 2014, als dann mal etwas Kohle zum verprassen da war, hatte ich auch mal im Netz recherchiert ob es solch eine Art Magazin vielleicht schon auf dem Markt gibt. Außer ein paar lustigen Blogs hatte ich aber nix gefunden. Was ich schade fand. Schon in meiner Jugend war ich Liebhaber des „Titanic“ Magazins. Als Teenie hab ich mir beim Dorf-Tante-Emma-Lädchen immer die neuste Ausgabe besorgt. Das hat mich natürlich sehr geprägt. Auch Monty Python oder die Simpsons.

Als ich mich als Designer selbständig gemacht habe nach dem Studium, hab ich mir immer geschworen, wenn mal Geld da ist, mach ich unfung Projekte. Und als dann der Schotter da war, hab ichs dann mal gewagt und ein paar Autoren und Illustratoren angefragt ob sie nicht Lust hätten. Es ist bei solch einem Magazin relativ schwer die passenden Leute zu finden. Das war am Anfang schwer, was mir auch klar war, also hab ich erst mal Leute angefragt die „irgendwas mit Fim“ zu tun hatten. Dann bin ich aber dazu übergegangen Leute zu suchen, die zwar auch aus dem „Film“Sektor kommen, jedoch einen gänzlich anderen Ansatz haben. Der Prozess ist noch nicht ganz abgeschlossen bis dato, aber so 2/3 der Autorenschaft die die letzten zwei Ausgaben gefüllt haben sind ein klasse Kern , der sich nun gefunden hat und es macht unglaublich viel Freude mit solch zauberhaften Menschen zusammen arbeiten zu dürften.

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postmondän: Euer Filmmagazin erscheint entgegen jeglicher Trends doch tatsächlich als Printausgabe (dramatisches nach-Luft-schnappen), so richtig mit Papier und allem Drum und Dran. Warum habt ihr euch für dieses Format entschieden?

 

Joachim: Aus Liebe zum Medium selbst, Papier. Ich finde, auch wenn es natürlich in digitaler Form sehr gute Magazine und generell Projekte gibt, immer noch etwas besonderes und einfach irgendwie lebhafteres wenn man etwas noch im Regal stehen hat, anstatt irgendwo auf einem Rechner, einer Festplatte oder sonst wo in der digitalen Welt. Klar, die meisten werden die Ausgabe, nachdem sie sie rezipiert haben wohl gen Papiertonne bringen, aber der eine oder
andere stellt es sich vielleicht doch ins Regal, oder benutzt es als Ersatz-Sofa-Fuß, Türstopper. Quasi der Luxus-Bierdeckel-Ersatz für den fehlenden Sofafuß.

 

postmondän: Eure erste Ausgabe widmete sich dem Horrorgenre, die zweite und aktuelle läuft unter dem Oberthema „Sci-Fi aus den 70er und 80er Jahren“. Auf welche Inhalte kann sich der postmondäne Neuleser freuen?

 

Joachim: Ausgabe drei wird sich in den 80ern und sich mit den drei bzw. vier Filmgenren: Teenie-, Tanz- und Kriegs- sowie Antikriegsfilmen befassen. Wir haben gerade jetzt Mitte Mai schon mal angefangen. Das Werk soll ja schon im Dezember erscheinen und ich hoffe wir sind pünktlich vor Weihnachten mit dem Ding raus. Das wir noch das ganz große Geld mit dem Weichnachtkonsum-Ding mitnehmen können.

 

postmondän: Wenn es allein nach dir gehen würde: Welches Thema hätte Ausgabe Vier?

 

Joachim: Ausgabe Nummer Vier wird wohl eine Ausgabe über Filmbösewichte. Vielleicht auch eine Doppelausgabe über Bösewichte und Superhelden. Das kann ich zur Zeit noch nicht sagen.

 

postmondän: Eine Besonderheit eures Magazins sind sicherlich die zahlreichen Illustrationen. Schick Schick! Machen einige aus eurem Team das hauptberuflich?

 

Joachim: Ja, sogar sehr viele. Nicht nur was die Illustratoren oder Cartoonisten angeht, auch mancher Autor verdient damit hauptberuflich sein Lebensunterhalt. Ob als Drehbuchautor oder Journalismus Sektor. Bei den Sprechern sind ebenfalls einige Leute dabei die von ihrer Tätigkeit bzw. in naheliegenden Gebieten ihren Lebensunterhalt bestreiten.

 

postmondän: Blitzlichtrunde – Bitte vervollständige den Satz

 

Joachim:

Adam Sandler Filme… fallen mir grad keine ein. Bin kein Fan von dem Herrn. Aber die Deftones haben mal ein schönes Lied zu einem seiner Filme beigesteuert. Nicht extra für den Film geschrieben, aber halt für den Film Soundtrack. Sandler hat glaube ich auch mal mit Chino und Co. den Song unplugged performt. Fand ich sehr süß, muss ich schon sagen.

 

Das Internet… ist ganz interessant, besonders die letzten drei Seiten.

 

Die Hashtagkultur… kommt im allgemeinen glaube ich ganz gut ‚grad. Mein Lieblings-Hashtag ist seit Jahrzehnten: ##002#. Also für mein H-A-N-D-Y (!). Die Tastenkombination schaltet die Mailbox meines H-A-N-D-Y-s aus, oder an … kann mir das nie merken.

 

Jetzt mal ganz ehrlich: Star Wars Episode 6…. oder war es 3?

 

Andrej Tarkowski… Solaris. Es gibt bei meinem Lieblingsgriechen in Altona ein Gericht das heißt so, glaube ich. So
oder so. Würde ich sagen „ Solaris Da Da!“.

 

Ohne Satire… ist vor Satire.

 

Menschen, die im Kino den Film kommentieren… find ich interessant. Selbst hab dieses Phänomen eher selten erlebt. Das sind eventuell Leute die auch unglaublich überrascht sind wenn sie in einen Horrorfilm gehen und es dann wirklich gruselig ist.

 

postmondän: Famous last words?

 

Joachim: Trinkt mehr Wasser, mindestens drei Liter am Tag.

 


Vielen Dank an Joachim für die Beantwortung unserer Fragen und die Bereitstellung des Bildmaterials!

Eure Wege zum Kinemalismus Filmmagazin:

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Kinemalistische Hörproben
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Woody Allen: Irrational Man – oder: Warum eigentlich Kontinentalphilosophie?

Irrational Man” ist Woody Allens 47ster Film als Regisseur. Selbst im Alter von 80 Jahren ist das ganz schön beachtlich. Doch sind die jährlichen Filme des Altmeisters den Kinogang überhaupt noch wert?


Woody Allens Art in den letzten Jahrzehnten Filme zu machen ist beständig. So beständig, dass man fast den Eindruck entwickeln könnte, dass es garnicht so schwer wäre, sich seinen eigenen Woody Allen Film nach dem Baukastenprinzip zusammenzubauen. Im Vordergrund stehen möglichst plakative und offensichtliche Figurenkonstellationen, die sich vor einer austauschbaren Diakulisse stetig verkomplizieren. Untermalt wird das Ganze von gefälliger Intellektuellenmusik und einem Griff in die Zitatekiste. Auch in “Irrational Man” verlässt Allen seine ausgetretenen Pfade nicht:

Quelle: Youtube

Abe Lucas (Joaquin Phoenix) ist der neue mysteriöse Dozent am fiktiven Snobcollege Brayden – Fachbereich Philosophie. Da gehört es quasi zum guten Ton, dass man ein wenig kaputt ist. Aber bei Abe läuft’s gar nicht mehr so recht. Der Weltschmerz ist groß, der Todesdrang stark und die Errektionen schwach. Zu ertragen ist das eigentlich nur mit jeder Menge Single Malt und Aufmerksamkeit durch Frauen, die ob seiner unwiderstehbaren Fuck-it-all Attitüde ohnehin rege Mühe haben ihre Höschen anzubehalten. Aber weh-oh-weh: Selbst die freie Auswahl zwischen der läufigen Mittvierzigerkollegin Rita (Parker Posey), die nur auf Abe gewartet hat, um ihren Ehemann zu betrügen und der hübschen Studentin Jill (Emma Stone), die vor lauter Faszination garnicht mehr weiß wo ihr der Kopf steht, kann ihn nicht so recht aus seiner Lustlosigkeit befreien.

Glücklicherweise rettet ihn nach der Hälfte des Filmes der Plotpoint und er findet dann doch seine Passion: Die Planung und Durchführung des “perfekten Mordes” an einem joggenden Richter, ohne den die Welt nach Meinung des Moralexperten Lucas auf jeden Fall besser dran ist. Abe ist jetzt ein Macher und so richtig froh, dass er sich nicht mehr nur ausschließlich mit “französisch-intellektuellem Nachkriegsgeschwafel” über Wasser halten muss und nebenbei auch wieder kopulieren kann.

An (pseudo)philosophischen Kurzdarbietungen fehlt es “Irrational Man” nämlich nicht. Kant, Kierkegaard, Sartre, Dostojewski – jeder wird mal bemüht. Das Netz der phrasierten europäischen Denktradition verbindet die ganz großen Themen des Films: Weltschmerz, moralische Dilemmata, die Macht des Zufalls und die Einsicht, dass alle Theorie im Angesicht des praktischen Erfahrungshorizontes verblasst. Präsentiert wird das Ganze manchmal so unnachgiebig plakativ, dass selbst eine Studentin innerhalb des Films die unsichere Frage: “Warum eigentlich Kontinentalphilosophie?”, stellt. Die zögerliche Antwort lautet, dass das eben doch viel persönlicher sei als die verkopfte analytische Tradition. Zusätzlich wird durch das Abspulen der kleinen Zitatesammlung sehr effektiv die fast schon lächerliche Kulisse des gehobenen akademischen Snobmilieus vorgezeichnet und so der Weg für einige doch sehr amüsante Zwischenlacher bereitet. So findet “Irrational Man” eine Plotführung, die trotz oder gerade aufgrund ihrer als Tiefsinn getarnten Plattheit das Interesse des Zuschauers nie verliert.

Im Laufe des Filmes wird die philosophische Litanei des Protagonisten Abe Lucas folgendermaßen beschrieben:

“Es ist ein Triumph des Stils. Einer tiefergehenden inhaltlichen Betrachtung hält sein Schreiben nicht stand.”

Das tut wohl genausowenig der wenig komplexe Streifen des in die Jahre gekommenen Regisseurs und Drehbuchautors Allen. Aber das sollte er ja vielleicht auch gar nicht. “Irrational Man” ist nämlich trotzdem ganz unterhaltsam. Man muss sich einfach nur einen zynischen Woody Allen vor seiner Schreibmaschine vorstellen, der selber nicht so recht weiß, ob er seinen lethargisch weltschmerzelnden Hundeblick durch ein verschmitztes Lächeln stören soll, um so zu offenbaren, dass die beste Art mit dem Leben umzugehen vielleicht ist, es nicht vollständig ernst zu nehmen.

 

“You were the chosen one” – Star Wars und George Lucas

Am 17. Dezember 2015 läuft in deutschen Kinos mit “The Force Awakens” die mittlerweile siebte Episode der Star-Wars-Saga an. Der Film markiert nicht nur den Beginn einer neuen Trilogie, sondern ist auch der erste Star-Wars-Langspielfilm, der ohne wesentliche kreative Mitwirkung von George Lucas enstanden ist. Lucasfilm Ltd. wurde 2012 an Disney verkauft.

Die Geschichte der Star-Wars-Filme war immer eng verbunden mit der Person von George Lucas – er ist zugleich der verehrte Schöpfer eines Universums, das Generationen geprägt hat, musste aber auch viel Kritik für Episode I-III und den generellen Umgang mit dem Star-Wars-Franchise einstecken. Die dramaturgische Entwicklung der Figur George Lucas offenbart Parallellen zu der seiner berühmtesten Kreation: Anakin Skywalker – ein Kommentar.


“Dream Maker”

Das Titelbild dieses Artikels ist ein Ausschnitt aus dem Bild “Dream Maker” des japanischen Künstlers Tsuneo Sanda.  Im Mittelpunkt des Bildes steht ein übergroßer George Lucas vor einer Auswahl von Figuren und Raumschiffen aus dem Star Wars Universum. Lucas wird als Übervater portraitiert, als Schöpfer – als jemand, der Träume zur Wirklichkeit gemacht hat. Und genau in dieser Rolle wurde der Filmemacher auch von der Öffentlichkeit gesehen. Nach dem Überraschungserfolg von “Krieg der Sterne” 1977 (ursprünglich in den USA nur in 32 Kinos aufgeführt) wurde George Lucas als Wunderkind des Films gehandelt. Spätestens mit den Nachfolgern “Das Imperium schlägt zurück” 1980 und “Die Rückkehr der Jedi-Ritter” 1983 (und dem ersten Teil der Indiana-Jones-Reihe 1984) war Lucas endgültig ein Superstar. Er hatte mit einem ganz einfachen Konzept ein Science-Fiction-Märchen erdacht, das Millionen von Menschen berührte. Die Formel “Gut gegen Böse” mit archetypischen Charakteren in einem Weltraumsetting ging voll auf.

Doch Lucas hatte nicht nur erfolgreiche Filme gemacht, er war dabei ursprünglich auch noch ein Rebell in der Filmszene, der sich den großen Produktionsfirmen nicht beugen wollte und deshalb seine eigene Produktionsanstalt – Lucasfilm Ltd. – gründete. 1975 kam mit Industrial Lights&Magic außerdem eine hauseigene Firma für visuelle Spezialeffekte hinzu.

“What I was trying to do was stay independent so that I could make the movies I wanted to make […]”

George Lucas in der Dokumentation “Empire of Dreams” (2004)

Durch einen Deal mit 20th Century Fox, der ihm vor dem Erscheinen von “Krieg der Sterne” die Rechte an allen Nachfolgeprojekten inklusive Merchandise sicherte, wurde Lucas Ltd. schnell auch finanziell zu einer echten Größe. George Lucas hatte es geschafft – er war der Liebling der Öffentlichkeit, er konnte die Filme machen, die er wirklich wollte, er war ein Held, er hatte die Macht sich auszuleben. Und das tat er dann auch..

Episode I-III oder “The People vs. George Lucas”

Der Erfolg von Lucasfilm Ltd. und Industrial Lights&Magic spornte Lucas an seine Vision von Star Wars auszuweiten. Der Start wurde mit einigen Überarbeitungen der originalen Trilogie gemacht. Die Filme erschienen unter neuen Titeln und wurden erheblich digital verändert und erneuert. Doch nicht jede Veränderung wurde positiv aufgenommen. Viele Star-Wars-Fans fanden die digitale Überarbeitung ihrer Lieblingsfilme fragwürdig. Eben weil die originalen Star-Wars-Filme noch so roh waren, hatten sie ihren ganz eigenen Charme. Aber wenn man ganz ehrlich ist: Sobald eine Filmreihe Erfolg hatte, wird es immer die Nostalgiker geben, die jede Veränderung als Frevel ansehen.

Was allerdings tatsächlich einen filmischer Fauxpas darstellte war der Auftakt zur Star Wars Prequel Trilogie: “Episode I – Die dunkle Bedrohung”. Der Film startete 1999 mit einem riesigen medialen und öffentlichen Hype. In den USA herrschte am Eröffnungswochenende absoluter Ausnahmezustand – die Presse berichtete über Millionen von Menschen, die sich am Folgetag der Mitternachtsvorstellungen freigenommen hatten, oder einfach die Arbeit ausfielen ließen. Dementsprechend hoch waren natürlich auch die Erwartungen an den Film – die, um das schonmal vorwegzunehmen, dramatisch enttäuscht wurden.

Hier ein Auschnitt aus der Dokumentation “The People vs. George Lucas“, die diese Enttäuschung illustriert:

Aus irgendeinem Grund fehlte Episode I alles, was Star Wars so erfolgreich gemacht hatte. “Krieg der Sterne” und seine Nachfolger konnten mit einer klaren Erzählstruktur (Gut gegen Böse), archetypischen Charakteren (Der tollkühne Schurke, der junge idealistische Held, der weise Lehrmeister) und einen zugleich zugänglichen, wie auch mystischen Universum überzeugen. Episode I hingegen wollte getrieben von Lucas alles besser machen: bessere Effekte, mehr Erzähllinien, mehr Aufklärung (siehe: Midi-Chlorianer), ein größeres Publikum (Stichwort Lucas “Ich habe Star Wars für Kinder gedreht”). Leider muss man dieses Projekt als gescheitert ansehen. “Die dunkle Bedrohung” konnte die Menschen einfach nicht packen. Figuren wie Qui Gon Jin und Königin Amidala waren zu blass konzipiert und drängten eigentlich bekannte Lieblinge wie Obi Wan in den Hintergrund –  als Zuschauer verlor man schnell das Interesse. Und gar noch schlimmer: Der trottelige Gungan Jar Jar Binks nervte ziemlich und zog sogar regelrecht Hass auf sich.

Unter den unzähligen Parodien und Analysen des Scheiterns der Star Wars Prequels sticht wohl der detaillierte Youtubekommentar von Mr. Pinklett (Red Letter Media) besonders heraus:

Episode II und III krankten an den gleichen Gebrechen wie der erste Teil: Die Vorgeschichte einer Saga, die weltweit von Millionen Menschen liebten, wurde einfach nicht zufriedenstellend  erzählt.

Star Wars – mehr als ein Tanz der Lichtschwerter

Lucas hatte bei der Konzeption der neuen Trilogie irgendwo die falsche Abzweigung genommen und sich verkalkuliert. Symptomatisch für den Drang nach immer besseren visuellen Effekten sind die Unterschiede im Lichschwertkampf in den respektiven Filmreihen. Hier zunächst der zentrale Kampf aus Episode 3: Anakin Skywalker, der zur dunklen Seite der Macht übergelaufen ist, duelliert sich mit seinem Meister Obi Wan Kenobi:

Der ganze Kampf ist eine metikulös durchgeplante Choreographie. Der Lichtschwertkampf in der visuell beeindruckenden Lavalandschaft ist fast zu schnell für das Auge. Anakin und Obi Wan sind klare Meister ihrer Waffen – das muss natürlich auch cool aussehen um zu funktionieren, oder?

Zum Vergleich das Duell von Luke Skywalker mit Darth Vader aus der alten Trilogie:

Luke wird vom Imperator und Vader (von dem er zu diesem Zeitpunkt schon weiß, dass er sein Vater ist) dazu gedrängt zur dunklen Seite zu konvertieren – seinem Hass freien Lauf zu lassen. Luke weigert sich zunächst zu kämpfen, verliert aber schließlich durch den Verweis Vaders auf seine Schwester die Kontrolle. Der Kampf hat überhaupt nichts Tänzerisches. Die Choreographie wirkt klotzig, teilweise hackt Luke unkontrolliert auf seinen Vater ein. Doch diese vermeintlich schwächere Umsetzung in den originalen Filmen wird getragen von einer narrativen Tiefenstruktur, die über Stunden vorbereitet wurde: Es kämpft Vater gegen Sohn. Luke ist ständig mit Vader – seinem möglichen Spiegelbild, sollte er dem Hass in ihm nachgeben (Dies wird besonders stark illustiert, als Luke Vader die Hand abschlägt) – konfrontiert. Gleichzeitig spürt Luke aber auch das Gute in seinem Vater. Diese ganz einfachen und sehr klassischen Themen: Versuchung, Hoffnung, Verbundenheit, Schicksal etc. tragen die originalen Star-Wars-Filme.

Das soll nun nicht heißen, dass in Episode I-III diese Erzählstrukturen ganz ausgelassen werden. Es gibt durchaus Szenen, die emotional stark auf den Zuschauer wirken. Sogar in dem obig angeführten Lichtschwertduell von Anakin und Obi Wan kulminiert die Handlung in den wichtigsten Plotpoint: Anakin verliert erst das Duell mit Obi Wan und schließlich seine Menschlichkeit. Die Kritik vieler Star-Wars-Fans war aber, dass die visuell überladene Ausführung der Prequelfilme das Wichtigste am Filmemachen aus den Augen verliert: Eine starke Charakterentwicklung. Wer war nun schuld an der Misere? Für viele ganz klar der einstige Held: George Lucas.

George Lucas, Anakin Skywalker und Darth Vader

Kehren wir kurz zurück zur künstlerischen Darstellung von George Lucas durch Tsuneo Sanda. Es fällt auf: Lucas trägt den bekannten Anzug Darth Vaders. Obwohl vom Künstler sicher nicht so intendiert wird hier auf eine interessante Parallelle zwischen Lucas und seiner Figur Anakin Skywalker verwiesen. Die Transformationsgeschichten ähneln sich  bisher stark: Beide starten als vielversprechende junge Rebellen – Wunderkinder, von denen viel erwartet wird, die aber dann enttäuschen. Lucas hatte mit Star Wars und seiner Firma Milliarden verdient, musste aber zusehen, wie er vom gefeierten Filmpionier zu einem Feindbild wurde. Nach der neuen Generation der Star-Wars-Filme sah sich Lucas sowohl dem Zorn der Kritik als auch der Öffentlichkeit ausgesetzt, für die er einst “the chosen one” gewesen war.  Er war genau zu dem geworden, wogegen er früher rebellierte: der Kopf einer Multimilliarden-Dollar-Produktionsfirma.

Diesem Druck konnte Lucas nicht dauerhaft standhalten – 2012 verkaufte er Lucasfilm Ltd. an Disney. Ironischerweise genau an eine der Firmen, die er in seinen frühen Jahren als Beispiel für den Verfall der Filmindustrie angeführt hatte. Doch war dieser Verkauf in der Analogie mit Anakin Skywalker/Darth Vader nun der endgültige Verfall an die dunkle Seite der Macht, oder vielmehr das kathartische Abnehmen der Beatmungsmaske? Hat Lucas seine Ideale endültig verraten, oder sich endlich von der Last befreit, zu der das titanenhafte Franchise “Star Wars” geworden ist? Wie bei jedem guten Erzählbogen stimmt wohl beides. Klar bleibt aber, dass Lucas bei aller Kritik die er in den letzten Jahren einstecken musste unglaubliche Leistungen für den modernen Film erbracht hat.

Quo vadis, Star Wars?

Die Fortführung von Star Wars unter dem Banner von Disney wird nun weitestgehend ohne Mitwirkung von George Lucas stattfinden. Zwar wird Lucas noch als “kreativer Berater” gelistet, aber in der Realität wurden die  vorkonzipierten Ideen und Drehbücher, die Lucas an Disney verkaufte allesamt verworfen (Quelle). Das kann eine Chance sein, dem Universum neues Leben einzuhauchen, ist aber irgendwo auch tragisch.

Interessant wird nun werden, welchen Weg die Schreiber von “The Force Awakens” gehen werden. Sicher wird der Film wieder neue visuelle Standards setzen, das ist in der heutigen Filmlandschaft und mit den technischen Möglichkeiten einfach ein Muss. Fraglich bleibt, ob Disney den Spagat zwischen Fanservice der alten Generation (Harrison Ford und Carrie Fischer bekamen wohl genau deswegen wieder große Rollen) und einer interessant konzipierten neuen Generation hinkriegt. Im aktuellen Trailer zu “The Force Awakens” sieht man einen neuen maskierten Bösewicht zur verformten Maske Darth Vaders sprechen: “I will finish what you started”. In der gezogenen Analogie von George Lucas als Vader ist wohl Disney der neue dunkle Antagonist – Star Wars wird weiterbestehen und zwar unter dem Motto: “Nothing will stand in our way”.

Der Zorn der Filmkritik: Pixels (2015)

“Der Zorn der Filmkritik” ist eine Serie, die sich mit besonders vernichtenden Filmkritiken beschäftigt. Dieses Mal: Adam Sandlers neuer Blockbuster “Pixels (2015)”


Pixels (2015)

Pixels ist eine Sci-Fi Komödie, welche sich Videospiel Memorabilia aus den 80er Jahren zum Thema macht.

Trailer:

Im Jahre 1982 schickt die NASA eine Zeitkapsel ins Weltall, um möglicherweise mit außerirdischen Lebensformen in Kontakt zu treten. Schließlich erreicht diese Zeitkapsel auch eine Alienrasse, die jedoch von den enthaltenen Videospielausschnitten ziemlich irritiert ist und die Botschaft als Kriegserklärung auffasst. In der Gegenwart tauchen nun auf einmal riesige Verkörperungen von PacMan, Donkeykong & Co auf und greifen die Erde an. Glücklicherweise hat der Präsident der USA (Kevin James) einen alten Freund aus seiner wilden Arcadejugend, der als ehemaliger Videospielchampion quasi prädestiniert ist, die Welt zu retten. Sam Brenner (Adam Sandler) wird somit, als Kopf einer Task Force (Josh Gad, Peter Dinklage und Michelle Monaghan), damit beauftragt, die Karre aus dem Dreck zu ziehen. Bald stellt sich heraus, dass die Aliens die Videospielverkörperungen als eine Art Herausforderung auf die Erde geschickt haben, welche die ungleiche Gruppe bewältigen muss.

Sandler, der nicht nur als Hauptdarsteller, sondern auch als Produzent am Film beteiligt ist, spielt seine typische Rolle: ein in die Jahre gekommenes Riesenbaby, das mitten in seiner “Ich bin ein totaler Versager”-Midlifecrisis nun auf unerwartete Weise doch noch mal seine speziellen Qualitäten unter Beweis stellen kann. Dass Pixels tatsächlich durch und durch ein Adam-Sandler-Film ist, wird durch ziemlich flache Gags (Highlights sind tatsächlich Witze der Form: “Ach guck mal, den kenn ich doch! PacMan! Und er ist böse. Haha! Jetzt hat er seinem Erfinder die Hand abgebissen!”; siehe Trailer) und mehr als fragwürdige Frauenrollen (eine Schönheit wird im Film sprichwörtlich zur Trophäe…) klar. Visuell bombardiert Pixels mit einer Fülle von 3D-optimierten Szenen und passt sich damit einem gewissen Hollywoodtrend an, der nach der Maxime: “Wer braucht schon starke Figuren oder ein solides Plot-Developement, wenn wir CGI haben?”, operiert.

Die Einspielergebnisse der ersten Woche waren dennoch zufriedenstellend. Mit einem weltweiten Umsatz von über 108 Millionen Dollar bis zum 06.08.15 pendelte sich Pixels meist in den Top 3 der Filmcharts ein.

Pixels – Kritikerstimmen

Im Vergleich zur moderat positiven Zuschauerresonanz wurde Pixels von der Filmkritik regelrecht zerrissen. Auf Rotten Tomatoes erreichte der Film ein Rating von 18% mit folgendem Kritikerkonsens:

Much like the worst arcade games from the era that inspired it, Pixels has little replay value and is hardly worth a quarter. (RT CC)

Auch Metacritic listet Pixels mit einem Metascore von 24 als ziemlichen Flop.

Interessant ist hierbei die ungewöhnlich heftige und emotional aufgeladene Resonanz der Kritiker. Hier eine kleine Auswahl:

“This is a film in which a viewer can be forgiven for rooting for the old video game icons to annihilate humanity. God help us if the best savior we can muster is Sandler.” James Berardinelli ReelView

“I see Pixels as a 3d Metaphor for Hollywoods digital assault on our eyes and brains. Not funny. Just relentless and exhausting.” Peter Travers Rolling Stone

“There are legitimate excuses for going to see Pixels. Losing a bet, perhaps. Having a loved one held for ransom. Maybe a serious blow to the head. But none of those (except maybe the last) would allow you watch and actually enjoy the latest cinematic leavings of Adam Sandler.” Marc Mohan Portland Oregonian

Besonders agitiert war der auf YouTube populäre Kritiker “MovieBob”, der seiner tiefen Enttäuschung in einer sehr sehenswerten 10-minütigen Hasstirade Luft machen musste:

“In summation: Fuck PIXELS, fuck everyone who made PIXELS and preemptively fuck everyone who goes to see PIXELS.” MovieBob

Hände weg von Videospiel Memorabilia, Adam!

Doch warum fallen die Reaktionen so vernichtend aus? Natürlich ist Pixels kein Film, bei dem man unbedingt Lobpreisungen erwartet hätte, doch das Grundkonzept ist zumindest aus Marketingsicht durchaus attraktiv: Eine Sci-Fi Komödie macht sich eine in den letzten Jahren trendende “Geek”-Zielgruppe, die sich längst aus dem Keller ihrer Mutter in das grelle Licht des Mainstreams bewegt hat, zu Nutzen. PacMan, Donkey Kong oder SpaceInvaders haben einen hohen Wiedererkennungswert – und zwar nicht nur für die Generation die sie direkt erlebt hat. Diese Figuren repräsentieren den Beginn der goldenen Zeit einer mittlerweile fast legendären Ära der Arcadegames. Und genau hier liegt das Problem.

Der Grund für einige besonders vernichtende Kritiken ist, dass die Menschen, die diese Kritiken schreiben mit den verhackstückelten Videospielen aufgewachsen sind, die in Pixels vorkommen. Die Umsetzung der eigentlich interessanten Idee nach aktuell typischen Filmmachermustern (Visuell überladen, schwacher Plot, flacher Humor) ist eine Beleidigung für das, was viele Menschen mit ihren verpixelten Helden verbinden: Eine genuine Liebe zu einem Genre, dass heutzutage eigentlich nur noch über pure Erkennensassoziation lebt. Eben genau die Struktur der “Ach das ist doch PacMan! Haha!”-Erlebnisse muss für jemand, der früher sein Taschengeld in der Spielhalle ausgegeben hat, genauso schwer zu ertragen sein, wie die eindimensionale Darstellung der menschlichen Heldenfiguren (Verlierer kriegt am Ende doch noch die Frau), die eigentlich die Bannerträger dieser kulturellen Erscheinung sein müssten. Doch am schlimmsten ist wohl, dass Pixels vor allem mit einem Namen assoziiert wird: Adam Sandler.

Ist Pacman böse oder doch Adam Sandler?

Sandler löst bei Filmkritikern in den letzten Jahren vor allem eines aus: ein resigniertes Augenrollen. Spätestens seit “Der Kaufhaus Cop” oder “Jack und Jil” ist Sandler zur Antithese des Selbstverständnisses eines Filmgenießers mit etwas höherem Anspruch geworden. Das liegt nicht nur an den schon beschriebenen Schwächen in der narrativen Struktur und der schauspielerischen Leistung von Sandler, sondern auch an seinen dubiosen Produktionspraktiken.

Jim Emerson hat in seinem Artikel: “Adam Sandler´s house of cruelty” gut zusammengefasst, warum Sandler als Produzent nur wenig Sympathie für sich gewinnen kann. Adam Sandler Filme zeichneten sich häufig durch ein extremes Gewinn-Risiko-Gefälle aus. Sehr niedrige Kosten für Screenwriting und Umsetzung (oft durch Sandlers eigene Schreibversuche unterstützt) wurden durch übertriebenes Product-Placement supplementiert und machten diese Filme aus Investorensicht zu einer sicheren Sache. Auffälligerweise sind die kompletten Filmbudgets der generischen Adam-Sandler-Komödien vergleichsweise sehr hoch. Red Letter Media hat versucht am Beispiel von “Jack und Jil” zu zeigen, dass diese Art von Filmen eigentlich garkeine Filme mehr sind. Die Grundlagen des Filmemachens werden so marginalisiert, dass Qualität fast unmöglich zu erwarten ist. Die These von Red Letter Media ist hierbei, dass die gesamten Produktionskosten künstlich aufgeblasen werden, um so hohe Auszahlungsmargen an Sandler und seine Investoren zu rechtfertigen. Unabhängig davon, ob man Sandler fast schon betrügerische Machenschaften in seiner Filmproduktion vorwerfen kann oder nicht, eines ist Fakt: Der typische Adam Sandler Film macht nicht einmal den Versuch eine gute Umsetzung zu liefern.

Pixels ist hierbei insofern doppelt tragisch, als dass eine eigentlich innovative Idee mit Potential, nämlich einen lustigen Film mit hohem Wiedererkennungwert für eine immer stärker in den Mainstream integrierte Subgruppe (Videospielenthusiasten) zu machen, durch die typischen Symptome einer Kinolandschaft vereinnahmt wird, die kommerziellen Erfolg vor gutes Handwerk stellt. Leider funktioniert es.