Schlagwort: Dystopie

Ein Gedankenexperiment zum Weltuntergang

Es ist bekannt, dass der japanische Schriftsteller und Regisseur Ryū Murakami (nicht zu verwechseln mit Haruki Murakami!) gerne schonungslos über rohe Randgestalten dystopischer Gesellschaften schreibt. Zu Recht gilt daher auch sein Roman Coin Locker Babies als düsteres und misanthropisches Meisterwerk. Doch nun liegt ein weiterer grandioser Roman von ihm auf Deutsch vor: nämlich der erste Band des Werkes In Liebe, Dein Vaterland. Darin entwirft er erstmals ein gar nicht so abwegiges düsteres Gesamtbild einer zukünftigen Politik und Gesellschaft auf raffinierte und abgeklärte Weise.


Das Buch, bereits 2005 in Japan veröffentlicht, biegt Anfang des 21. Jahrhunderts ab und entwirft eine alternative Weltgeschichte. Die USA haben sich unter George W. Bush mit ihren Kriegen überhoben, sind pleite und  entwickeln sich zu einem gescheiterten Staat. Da der Yen an den US-Dollar gekoppelt ist, geht auch Japan bankrott. Das Sozialsystem kollabiert, marodierende Banden ziehen durch die Lande, die Yakuza (die japanische Mafia) übernimmt die Kontrolle über die Gesellschaft, und Massen an Obdachlosen bevölkern die Stadtränder. Auch sind die USA gezwungen, ihre Beziehungen zu Nordkorea aufzuweichen und sich aus der asiatisch-pazifischen Region zurückzuziehen.

Nordkorea sieht nun seine Chance gekommen und schleust heimlich eine Einheit an Elite-Soldaten unter Leitung des fanatischen Choi Rak-gi nach Japan. Die Soldaten besetzen ein Baseball-Stadion in Fukuoka, nehmen Tausende Zuschauer als Geiseln und geben sich als militärische Widerstandskämpfer gegen das totalitäre Nordkorea aus, die sich auf der Insel organisieren wollen. Während die Politik verwirrt und gelähmt ist, planen die Invasoren die Geheimoperation „In Liebe, Dein Vaterland“. Diese soll 120 000 nordkoreanische Soldaten nach Japan bringen, um es vollständig zu erobern.

Murakami übertrifft sich mit dem ersten Band Die Invasion dieser auf zwei Teile angelegten Reihe selbst. Mit einer überlangen – vom Umfang an russische Romane des 19. Jahrhunderts erinnernde – Liste an Protagonisten schreibt Murakami über verschiedenster Figuren auf verschiedensten Ebenen: von japanischen und koreanischen Politikern und Geheimdienstlern, die stets intrigant und bösartig auftreten, über japanische Mafiosis, die im Namen der Gerechtigkeit von den Invasoren hingerichtet werden, bis hin zu einer Gruppe an jugendlichen Soziopathen (die Ishihara-Gruppe), die das Geschehen amüsiert verfolgen und es für ihre eigenen Gewaltphantasien ausnutzen.

Gesellschaftskritik ohne moralischen Zeigefinger

Erstaunlich ist dabei, dass es keinen Helden und keine wirkliche Identifikationsfigur in dieser Liste gibt. Realistisch werden die Protagonisten als Egoisten, Bürokraten oder von der Gesellschaft zu Geisteskranken geformte Persönlichkeiten dargestellt. Es gibt keine guten Übermenschen, die das Land retten; es gibt nur Opfer, Täter und Kriegsgewinnler. Falls im zweiten Band überhaupt jemand Japan von der Besatzung befreien kann, dann eher die im ersten Teil der Handlung noch abseits der Handlung stehende Ishihara-Gruppe. Das birgt eine gewisse Ironie, denn in der Gruppe tummeln sich Satanisten, Nordkorea-Sympathisanten und mehrfache Mörder – und die haben eher Zerstörung und Chaos denn Rettung im Sinn. Durch die erzeugte Distanz zu den Akteuren – und damit auch dem Geschehen – entfaltet sich die Möglichkeit des Lesers, den Roman als radikale Gesellschaftskritik aufzufassen, zu denken, statt zu fühlen, trotz der sich abspielenden Monstrosität.

Doch Murakami hebt nicht den moralischen Zeigefinger. Das Buch ist im Grunde sogar gänzlich amoralisch und nichtnormativ. Denn auch der Erzähler geht demonstrativ auf Distanz zu den geschilderten Ereignissen und Gedanken der Protagonisten. Murakami erzählt seine Geschichte wie einen Bericht. Dabei gelingt ihm der erstaunliche stilistische Drahtseilakt trocken, sachlich und dokumentarisch, aber auch (schon bedingt durch die Krassheit der Handlung) spannend und bedrückend zu erzählen. Jenseits jeglicher Identifikation oder des Kitsches (den beispielsweise sein Namensvetter ab und an anheimfällt) erfasst der Autor so ein Bild von der Totalität einer perversen Gesellschaft. Und indem sein Stil nur als unparteiisch und zynisch zu klassifizieren ist, gespickt mit zahlreichen Ironien, satirischen Elementen, die den morbiden Leser zum Schmunzeln einladen, oder brutalen, manchmal auch überspitzten Gewaltszenen, ist das Buch auch herrlich unaufgeregt und unempört im Angesicht einer umwälzenden Handlung. In Liebe, Dein Vaterland, Band 1 ist damit nicht weniger als eine Meisterleistung einer vielseitigen und komplexen soziofiktiven Narration.

Zwar handelt es sich bei dem Buch um eine alternative Geschichtsschreibung, also eher ein umfassendes pessimistisches Gedankenexperiment in Romanform, an dessen Ende zweifellos die Zerstörung Tokios stehen wird – so ist es nämlich Tradition in der japanischen Science Fiction. Doch so unrealistisch ist das politische Szenario nicht einmal. Dass die USA sich oligarchisieren, also ihren Staat Wirtschaftsbossen überlassen, sowie sich und andere mit ihrer Außenpolitik ruinieren und aus Ostasien raushalten, ist spätestens in der Ära des Trump-Wahnsinns nicht unplausibel. Murakami zeigt uns damit, wie sich auch industrialisierte, als stabil geltende Staaten (wie Japan oder die USA, man kann aber auch die europäischen Nationen leicht hinzufügen) zu failed states entwickeln können, und die Bevölkerung dann leichte Beute für Invasoren aufstrebender fremder Mächte und innerländischer Warlords ist.

Man kann sogar so weit gehen zu behaupten, dass der Autor uns die mögliche Folge der Perversionen von imperialistischem Krieg, kapitalistischer Oligarchisierung der Politik und Verarmung der Gesellschaft dank Währungskursen trocken und auch ein bisschen amüsiert aufzeigt. Böser, drastischer, pessimistischer und brillanter als Murakami hätte man die Weiterentwicklung des Weltsystems nicht denken, aber vor allem nicht erzählen können. In Liebe, Dein Vaterland, Band 1 ist ein Zukunftsroman, der noch seinesgleichen sucht.

In Liebe, Dein Vaterland, Band 1, Die Invasion von Ryū Murakami wurde von Ursula Gräfe ins Deutsche übersetzt. Der Band erschien im September beim Septime Verlag Wien und hat 456 Seiten. Band 2, Der Untergang, ist fürs Frühjahr 2019 angekündigt.

Arno Schmidt – „Die Gelehrtenrepublik“

Arno Schmidt Die Gelehrtenrepublik

Vielleicht ist Arno Schmidts „Die Gelehrtenrepublik“ heute kein „aktuelles“ Buch mehr. Vielleicht ist es seit 1989 weniger ein fantastischer als ein „historischer“ Roman. Handelt es doch, wie viele der frühen schmidtschen Werke, wenn auch in stark abstrahierender Form, vom Blockkonflikt, vom Kalten Krieg.

Ein Gastbeitrag von Sören Heim


Die Gelehrtenrepublik handelt damit auch immer von einem Konflikt zweier verfeindeter Mächte, die sich prinzipiell auf das gemeinsame Vernunftideal der Aufklärung beriefen. Die somit auch berechenbar füreinander waren. Nur so konnte das atomare Wettrüsten tatsächlich einen prekären Frieden garantieren. Mit der von Fukuyama als Ende der Geschichte missgedeuteten (oder ist das eine Missdeutung Fukuyamas?) Wende der späten 80er und frühen 90er ist die Zeit dieser konfrontativen Übersichtlichkeit bekanntlich vorbei. Doch lässt die Historisierung des oberflächlichen Hauptkonfliktes der Gelehrtenrepublik es nun vielleicht immerhin zu, genauere Blicke auf tiefere strukturierende Schichten des Werkes zu werfen, ohne leichtfertig einer, wie hoffentlich deutlich werden wird, schon immer grob verkürzenden Lesart als rein geopolitische Parabel zu verfallen. Vielleicht zeigt sich sogar, dass die Gelehrtenrepublik so unvermindert aktuell bleibt, gerade weil es sich nicht um engagierte Literatur handelt.

Die Gelehrtenrepublik – IRAS und der Mond

Die Gelehrtenrepublik spielt in einem beinahe typischen dystopischen Setting. Nach einem Atomkrieg, der einige Jahre vor Ansetzen der Handlung endete, stehen sich die Sowjetunion, die USA, und einige Blockfreie Staaten nach wie vor unversöhnlich gegenüber. Europa ist auf dem Müllhaufen der Geschichte entsorgt worden, der Westen der USA ist verwildert und wird von hominiden Mutationen bewohnt und auf dem zu einer Art Endlager umfunktionierten Mond prangt ein roter Fleck.

Verharren wir einen Moment bei dieser, einer der vielen fein-ironischen Meisterleistungen Schmidts: die Entzauberung des Nachthimmels. Sie setzt durchaus den Ton und eine Stoßrichtung des Romans. Indem Schmidt jene beeindruckende Naturgewalt, den Sturm von zweifachem Erddurchmesser, den wir als ‘Großen Roten Fleck‘ auf dem Jupiter kennen, auf den Mond verlagert (und verkleinert), eint er in zwei simplen Worten Lächerlichkeit und Bedrohlichkeit der “Zweiten Natur”, der gesellschaftlichen, die der Mensch geschaffen hat ohne sie als gemacht noch erkennen zu können. Und die man hinnimmt, wie man eben das Auf- und Untergehen des Mondes hinnimmt.

“Wie deutlich man den ‚Roten Fleck’ sieht!“ (…) (In den Krater Wargentin, im Süden, hatten beide Staaten, USA und UDSSR, angeblich ihr ‚gesamtes spaltbares Material’ geschossen … und das Ergebnis war ein rechter Halemaumau in jener Wallebene gewesen, auch bei Neumond sichtbar. (…) dabei konnte sich jedes Kind am Arsch abklavieren, daß man die Versuchsexplosionen bloß in den interplanetarischen Raum verlegt hatte: woher sonst die vielen ungewöhnlich hellen Sternschnuppen?!) (15)“

Irgendwo auf dem Ozean schwimmt derweil IRAS herum, die neutrale „International Republic for Artists and Scientists“, wo die Künste gefördert werden und das Wissen der Menschheit bewahrt. IRAS erscheint als der wohlorganisierte Hort der Restvernunft, und ist doch bis ins Tiefste gespalten. Da werden Soldaten trickreich auf der Insel stationiert „Aber das war doch auch wieder nur so ein westliches Ablenkungsmanöver!: Selbst wenn die Inselcharta unglücklicherweise das Wort ‚Berufssoldaten’ enthielt: gemeint war doch (…) daß der Soldatengeist als solcher hier nicht erwünscht sei“ (141). Da wird spioniert, was das Zeug hält, da werden Anlagen mit Atomkraft betrieben, obwohl es verboten ist dort „Atome hinzubringen“ (103) – auch das so ein toller augenzwinkernder Schmidt. IRAS bringt die Fronten des Kalten Krieges auf engstem Raum zusammen, und hat doch einen einenden Anspruch; ständig stellt sich die Frage, ob das Programm nicht bereits gescheitert sei, und das Scheitern erscheint als von allen Akteuren in Kauf genommen, jedoch ist die Katastrophe etwas, das es zu verhindern gilt (mit IRAS scheiterte wohl auch, ist das nicht ein hellsichtiger Ausblick auf das Menschenbild der heutigen multipolaren Weltordnung und ihrer postmodernen Ausleger und Auslegungen, ein emphatisch-allgemeiner Begriff von Menschheit).

Mit dem Freien Westen und der UDSSR stehen sich zwei Gesellschaften unversöhnlich gegenüber, die innerhalb des Romankosmos nicht in Bausch und Bogen verdammt werden können (ist doch ein Drittes ebenso undenkbar wie der Sieg einer der beiden Seiten wünschenswert – nur die Konfrontation bei gleichzeitigem Zwang zur Zusammenarbeit zwingt ja beide Seiten einen (rest-)zivilisatorischen Standard zu bewahren). Die Gelehrtenrepublik ist wohl unter den herrschenden postapokalyptischen Verhältnissen durchaus nicht der schlechteste Kompromiss:

„Sie hat, wie die Episode des Schriftstellers Stephen Graham Gregson zeigt, durchaus ihre Berechtigung, indem sie auch als internationaler Schutzraum für verfolgte Autoren funktioniert: Denn Gregson sah sich nach Erscheinen seines Romans „Fals=Werke AG“ 23 Mordanschlägen und 485 Strafanträgen von Seiten der Textilindustrie ausgesetzt, „bis endlich die IRAS hier eingriff“ (Torpedokäfer).

Dennoch wird IRAS zerbrechen, wobei die Gründe dafür nicht allein im auf der Insel ausgetragenen Konflikt zu suchen sind, hätte dieser doch so: „Das Ergebnis? „Wir drehen uns! : Auf der Stelle?“ (149) durchaus ad infinitum fortgeführt werden können.

Yahoo! Sex mit Tieren?

Im ersten Teil des Romans bereist Charles Henry Winer den Hominidenstreifen, gelegen hinter einer Mauer, die im Streifen bezeichnender Weise als „Worlds End“ benannt wird, im mittleren Westen der USA. Es handelt sich um ein Reservat, das bedingt als Antithese der im zweiten Teil entfalteten Welt von IRAS verstanden werden kann. Hier leben Zentaurenstämme, Spinnenkolonien und Schmetterlingsmenschen, allesamt Mutationen, entstanden in der Folge des Atomaren Krieges. Winer erlebt seinen Erstkontakt mit dieser bizarr anmutenden Sphäre der „Usamerikanischen“ Gesellschaft (?) als sexuelle Vereinigung mit dem Zentaurenmädchen Thalja, gleichsam aufregend wie verstörend:

“Im Di¬ckicht also (und sie stand da¬ge¬gen; ihr ers¬tes Mal; schnar¬chend vor Glück.) / Ich gab mir auch alle Mühe (und doch eine ver¬dammt ko¬mi¬sche Si¬tua¬ti¬on: ich mußte immer die Augen zu ma¬chen! Es sei denn, sie bog ge¬ra¬de das Ge¬sicht aufs ge¬fähr¬lichs¬te nach hin¬ten, her; es lang¬te nicht ganz, aber wir kü߬ten we¬nigs¬tens die Luft vor un¬se¬ren Ge¬sich¬tern. Und da konn¬te man sich ein Mäd¬chen ein¬bil¬den.) /”

Wenn Winer so mit Thalja verkehrt, in der man sich „ein Mädchen einbilden“ kann, das Tier aber schwer ausklammern, so verschließt er seine Augen nicht einfach vor dem tierischen Körper, weil ihm das Überschreiten der Gattungsgrenze zuwider wäre (er kopuliert ja gerade gern mit diesem Körper), sondern es ist auch symptomatisch für das konstante Ausklammern des Tierischen am Menschen, ein zentrales Thema der Gelehrtenrepublik, das im Akt jedoch nicht mehr gelingen kann. Ähnlich wie der Erzähler in Gullivers Travels nach dem Verkehr mit einem Yahoo (einer Menschenform, die rein ihren Trieben zu folgen scheint), vor sich selbst erschrickt und seine Triebe ganz zu verleugnen trachtet, ist das Erschauern vor dem tierisch-Triebhaften auch hier angelegt. Winer allerdings löst das im Komischen vorerst auf, und ist letztlich zufrieden, als er erfährt, dass von den „Förstern“, die die Hominidenzohne überwachen, solcherart Beziehungen nicht als Sodomie angesehen werden (45). Das Gesetz erspart ihm die grundlegende individuelle Auseinandersetzung mit Selbst und Umwelt.

Winer reist eine Weile mit den Zentauren, und lässt sich deren Lebensform in der Folge von einem „Förster“ genauer erklären. Zentauren leben in patriarchalisch strukturierten, nomadischen Stämmen, sie haben wohl keine Religion, mit Ausnahme eines „in der Historischen Entwicklung unvermeidbaren Animismus“ (47), so der „Förster“. Wie Winer erfährt tendieren sie, „wie alle Heerden; Erbteil ihrer equiden Hälfte – zum Massenschrecken“ (ibid.). Die Zentauren leben in dauerhafter Feindschaft mit den Never=Nevers, mit hominiden Spinnenwesen, die „ganz junge Zentis fingen“ (23). Wann immer ein Never=Never einen Zentauren getötet hat, findet eine ritualisierte Jagt statt, bei der neben den ausgewachsenen Spinnen auch alle Kinder getötet und die Brut vernichtet wird:

„Die Zentaurenkälbchen, gleichviel ob männ= ob weiblichen Geschlechts hatten sich die wabbligen Eiersäckchen gesammelt (…) die legten sie auf einen Stein, und zertraten die Dinger mit den Hufen wie Knallerbsen, Knatsch hier; dort: Knatsch! (Und freuten sich und lachten.“ (31)

Diese genozidalen Rachefeldzüge „Wir haben schon hundertneunzig auf einmal gehabt“ (Ibid.), die dabei empfundene Freude, sind Winer angesichts der Natur der Never=Nevers „verständlich“ (ibid); er lässt sich sogar selbst mitreißen: „Aber wirklich: Solche Mistviecher! Ich lieh meinem Widerwillen ungekünstelten Ausdruck, und man nickte erfreut ringsum“ (ibid.)
Anders sieht die Sache jedoch aus, als Winer und Thalia später mit einem der „Fliegenden Köpfe“, einer Mensch-Schmetterlings Kreuzung, die die „Förster“ Masken nennen, zusammen treffen. Winer beobachtet andächtig „(Aber süße Gesichter!: So einen Mund, von der raffinierten Länge, und die geile Nase dazu – hatte ich noch nicht gesehen“ (41). Doch Thalja holt alsbald

„aus, und zerknallte es zwischen ihren Fäustchen wie Kinder eine Tüte (…) sie saugten angeblich Frauen die Milch aus, die Fliegenden Köpfe! Knaben den ersten Samen (…) Die männlichen [haben] einen gleich großen, wie aufgepusteten, Penis (setzten sich manchmal lüstern hinten an Zentaurenmädchen an, der Sage nach – was diese ländlichen Schönheiten sich so für Alibis zu verschaffen wissen!“ (ibid.)

Die Legenden erinnern nicht umsonst an antisemitische Tropen von Kindermord und Brunnenvergiftung. Winers bezüglich der Never=Nevers hasserfüllte, hier bestürzte Reaktion „Dabei war’s handgreiflicher Blödsinn; die konnten ja nie und nimmer“, gibt Aufschluss über seine Bereitschaft, allein aufgrund äußerlicher Kriterien über Leben und Tod zu entscheiden (Immerhin, wie bedrohlich die Never=Nevers wirklich sind, lässt sich aus den Berichten von Zentauren und Förstern nicht zureichend rekonstruieren, spielt der Ekel vor der Spinne mit dem Europäergesicht hier vielleicht eine tragende Rolle?).

So findet sich in Hominiden das Menschliche vertiert, bis hin zum wahnhaften, kollektiven Morden. Gerade soweit abgewandelt und aus der Sphäre des genuin Menschlichen, der Gesellschaft, ausgegrenzt, dass es als tierisch erscheint, aber dem Beobachter nicht so sehr entzogen, als dass er es nicht als ihm ähnlich erkennen könnte. Die Bereitschaft zur Paarung mit Zentauren, aber auch die Lust am Wettkampf mit ihnen sprechen hier Bände. Nur zu verständlich, dass Winer im intimsten Moment mit Thalja die Augen schließen muss. Hier ergibt sich übrigens eine Interessante Parallele: In der SU erschaudert der Erzähler beim Sex einer Genossin, die im Gegensatz zu ihm ein “neuer Mensch” sein könnte: ein transplantiertes Gehirn im Frauenkörper. Auch hier wird verdrängt, was nicht sein darf, soll die eigne Identität nicht in Frage stehen: die Möglichkeit, dass der Gegenüber geistig nicht identisch mit seinem körperlichen Selbst ist (und das schlimmste: dass das Gehirn aus einem Mann stammen könnte?).
Aber was sind die Kämpfe der Hominiden untereinander gegen das, was die Aufseher mit ihnen veranstalten? Denn so „natürlich“ aus der atomaren Katastrophe hervorgegangen wie es Anfangs wirkt, ist die Fauna im Hominidenstreifen nicht.

“Wir überwachen sämtliche Trupps ärztlich: brutal missratene; bösartige Männchen; allzugroß Gehörnte – was bei der Geburt Schwierigkeiten machen könnte – werden rück=sichts=los abgeschossen (…) Schärfste Rassentrennung. Zählung und Überwachung teils unauffällig aus der Luft, wie erlebt“ (44f).

Und auch gänzlich unmotiviert müssen Zentauren für Zielübungen herhalten: „Manche hatten, vor Drill und Wüsteneinsamkeit, den Koller gekriegt; und mit dem MG ganze Zentaurenrudel abgeschossen“. Winer bemerkt dazu treffend „Dann ist das allerdings kein Wunder mehr, wenn (…) bei Knällen gern ‚Panischer Schrecken’ ausbricht“ (62). Liegt da nicht der weitreichende Schluss nahe, dass, was am Zentauren archaisch und gar tierisch erscheint, (auch) Produkt menschlicher Herrschaft und Kontrolle, mithin Spaltprodukt des Gesellschaftlichen ist?
Die Stummen „Masken“ dagegen werden von den Menschen direkt gezüchtet, um sie geformt nach Portraits vergangener menschlicher Schönheiten als höhere Haustiere zu halten: „Es handelt sich immerhin um das Schönheitsideal von ´ner ganzen Anzahl Leute; und danach veredelten die hier dann eben eine ganze Linie“ (56). Vielleicht, spekuliert Winer, dienen sie auch als Gespielinnen:

„das wäre ja nun doch wohl ganz entschieden Sodomie gewesen! (Oder ob die das etwa auch anders ansahen? Und systematisch ausgebaut hatten: daß meinetwegen jeder Soldat ‚im Mannschaftsstande seine ‚Fliegende Maske’ im Zimmer hatte?“ (58).

Der Nachwuchs der Masken muss zu noch profaneren Zecken herhalten: „Man kann die Puppen durchaus durch Sieden abtöten, und das Gewebe textil verarbeiten; jede ergibt über ein halbes Pfund dünnes, sehr festes Garn; hier: meine Träger sind daraus“ (51). Der Mensch in der Maske wird durchaus als dem Menschen Ähnliches erkannt, wie es die ‚Liebe’ eines jungen Soldaten zu einer Maske nahe legt:

„wie nach 3 Monaten die geliebte Maske runzelig geworden war; innerhalb von 2 Tagen einschnurrte; noch einmal tonlos „Böhhh“ machte – und dann in sich zusammensank, ein Lappen Gummi: Jünglingstränen; Verzeiflung; tentative de suicide; Abmagerung und andere interessante Symptome“ (62f).

Doch die gefühlte Ähnlichkeit steht der industriellen Tötung des Nachwuchses zwecks Verarbeitung zu Konsumgütern in keiner Weise im Wege. Allein die Never=Nevers stören als Fressfeinde noch, „also müssen diese Never=Nevers weg“ (52)

Die Deutschen sterben aus (nein! wirklich! jetzt!) ?

Der erzählerische Rahmen der Gelehrtenrepublik, die ob ihrer Enthüllungen nur in einer Tote Sprachen erscheinen darf (das erledigt ein „Gelehrter“, der mit Erzählweise und Inhalten der Erzählung oft nicht einverstanden ist, was sich in bissigen Fußnotenkommentaren ausdrückt), ist ein subtiler Schlag ins Gesicht deutscher Selbstüberhöhung. Tot: das Deutsche, in dem der Text vorliegt, tot: das Deutsche, das doch so urwüchsig, rein, Sprache der alten Völker sein soll, tot: das als Antagonismus zur Künstlichkeit der romanischen Sprachen gedachte Deutsche, Widerpart der Sprachen der „lebensfeindlichen“ liberalen Demokratien (überhaupt, die Sprache in Schmidts Romanen so gegen den Strich, dass es den Deutschtümlern wehtun muss, und Poe und Cooper hochgehalten gegen die deutsche ‚Hochkultur’) . Der Erzähler der Gelehrtenrepublik verabscheut alles Deutsche, Seitenhiebe darauf durchziehen den gesamten Roman. Immerhin, unfreiwillig(?) kam der Morgenthau-Plan hier doch noch zu seinem Recht, die Ängste eines Thilo Sarrazin, die Beschwörungen eines Günther Grass wurden erhört. Warum eigentlich? Was haben die Deutschen getan? Und warum kann Winer das Deutsche den Deutschen nicht verzeihen?

Die uns nahe liegende Erklärung wird ausgespart, außer ein paar Allgemeinplätzen wird zu Klärung nichts beigetragen. Doch die völlige Abwesenheit des ‘Zivilisationsbruch Ausschwitz’ (wie oft, doch ganz anders als etwa bei Grass gelagert, in Schmidts Werk) ist keine Schwäche des Romans, ist kein Zurückschrecken vor dem Thema, ist genau genommen nicht einmal Aussparung: Denn sie sagt letztlich mehr über die Gesellschaft der Welt der Gelehrtenrepublik und die Gesellschaft, in der die Gelehrtenrepublik veröffentlicht wurde, als die Thematisierung es hätte können. Wo andere Nachkriegsromane über die Shoa schwiegen, indem sie (am Rande, relativierend, das Volk entschuldend) ein wenig verdruckst über sie sprachen, ist der Völkermord in der Gelehrtenrepublik stets als Verdrängtes anwesend. Auf IRAS bedrängen uns die US Denkmäler mit romantisch-deutscher Innerlichkeit, und die Denkmäler der UDSSR spötteln: “Stalingrad: Sie kamen, sahn; flohn” (122). Gleichzeitig werden Selektion und Zuchtwahl auf der sowjetischen Seite der Gelehrtenrepublik mit durchaus „humanistischem“ Anspruch weitergeführt (die linke Linie eugenischen Denkens wird seit 1945 ganz gern unter den Teppich gekehrt oder zumindest vergessen), während der mittlere Westen und wohl auch das zerstörten Europa als „Hominidenversuchsfeld“ (49) abgeriegelt sind. Reservate als Orte der Deckelung menschlicher Tiernatur.

Der Wunsch des Übersetzers, dass der Autor doch sich abgewöhne „eine ganze Nation in Bausch und Bogen zu verdammen“ (22), muss Wunsch bleiben, weil weder der Übersetzer, noch der Verfasser die Auslöser der Ablehnung zu greifen vermögen, obschon oder gerade weil deren Keimformen auch in der Nachkriegsgesellschaft überlebt haben. Die Gesellschaft hat sich nach dem Krieg nicht substantiell verändert, höchstens kosmetische Korrekturen wurden gemacht; das gilt für die reale Nachkriegsgesellschaft in der die Gelehrtenrepublik erscheint, wie auch für die im Roman beschriebene postnukleare Gesellschaft. Nur über eines scheint man sich dort ziemlich einig zu sein: Dass dem Verschwinden der Deutschen keine Träne nachzuweinen ist, dass es vielleicht zumindest die Konfliktlage vereinfacht hat. Dass ein Ort wie IRAS überhaupt möglich sein soll bestätigt die prinzipielle Rationalität, die der Blockkonfrontation innewohnt, die Bewahrung des menschlichen Wissens, die gemeinsame Förderung der Kunst, das ist etwas, auf dass man sich mit dem NS nicht hätte einigen können, ja: nicht dürfen. Übersetzt man das getilgte deutsche Moment mit dem Weiterleben des Nationalsozialismus und dessen etwa von George L. Mosse in The Crisis of German Ideology herausgearbeiteten Vorformen und gedanklichen Grundlagen, so lässt sich von hier aus sogar eine Brücke schlagen zum Islamismus als neuerlich betont antirationale Bedrohung der oben skizzierten prekären bipolaren Konfrontation, die ja ohnehin seit 1989 Geschichte ist und nur noch in Spaltprodukten fortwest.

Wie sich IRAS gestaltet fällt aber auch das Urteil über eine Menschheit, die nach drei Kriegen die gleichen Konflikte weiter führt, die den Mond in einen atomaren Mülleimer verwandelt hat, die womöglich nicht notwendig direkt, aber doch potentiel auf Vernichtung drängt, die die Identität des Individuums mit sich selbst und der Gemeinschaft über den steten Krieg, bei gleichzeitigem kontrollierten Abspalten des Triebhaften herstellt. Triebhaftigkeit, die doch ständig im (halb-)Verborgenen auf Abfuhr drängt. Das wiederholt und einvernehmlich gebrochene Tabu ist die Klammer, die Innerstes und Äußeres der Gesellschaft in der Gelehrtenrepublik zusammenhält, ist auch tieferer Grund des schließlichen Zerbrechens des Projektes IRAS.

Gulliver kann’s nicht besser wissen

So wie bereits der Akt zwischen Mensch und Zentaur im ersten Teil stellt auch der Schluss der Gelehrtenrepublik einen Bezug her zur Mensch – Tier Thematik in Gullivers Travels, und der prekären Verortung des „Menschlichen“ zwischen Ratio und Trieb. Wo Gulliver das sich Erkennen im Yahoo zur Selbstidentifikation mit den rationalistischen Houyhnhnms treibt, lassen die Erfahrungen auf IRAS den Erzähler an der Menschheit verzweifeln

„Draußen, am Otsego=See vorbei: „Abdallá! : Abdallá schrien die Inselkrähen zur Rückfahrt: die menschliche Gestalt war mir zum Witz geworden! (…) Mensch! War das denn noch subjektiv? Oder Objektiv? Das wurde Einem ja richtig schlecht im Magen!:?!“ (148).

Gulliver und Winer ekeln sich aus scheinbar gegensätzlichen Gründen, die sich erst auf den zweiten Blick ähneln, vor ihren Artgenossen. Gulliver blieb die Hoffnung auf den Rationalismus der Houyhnhnms, dessen Schattenseiten in den Travels nur angedeutet werden. Dieser ist nun endgültig diskreditiert. Winer zieht es zuletzt zurück zu Thalja, zum Grasatem, doch ohne dass darin Utopie, ja sogar die Möglichkeit einer besseren Realität anders denn als Traum aufscheint: „(Und was’n Einfall das wieder: ‚einmal lebt’ich wie Götter’ !!!“

„Alles streichen. Was hatte den größten Eindruck auf mich gemacht? (…) Über die Sandebene kam eine Reiterin. Ohne zu halten an mir vorbei: nur das Gesicht wandte sie, und sah mich fest durch die eine übergroße Goldähre an : ! :
„Thalia ! ! “ / (Ohne zu halten an mir vorbei : nicht die Inrin, nicht die Russin, nicht die Schwester, und nicht die lange Bildhauerin (…) / Thalia.
Ich schlug mit der Hand auf mein geschnalltes Knie : aber morgen früh nichts wie rein mit dem Kanu in die Schilfinseln des Kalamazoo! -.-„ (151)

 


alle Zitate, so nicht anders gekennzeichnet aus:
Schmidt, Arno: Die Gelehrtenrepublik. Kurzroman aus den Roßbreiten. Fischer: Frankfurt a.M. 1981.


SSören Heim Autorenfotoören Heim ist Journalist, Übersetzer und Schriftsteller. Er ist u.a. Träger des kosovarischen Preises für moderne Dichtung „Pena e Anton Pashkut“ (Stift des Anton Pashku), des Binger Kunstförderpreises und des Sonderpreises „Favorit von Daniel Glattauer“ der art.experience 2014. Seine Kolumne HeimSpiel erscheint bei DieKolumnisten.


Beitragsbild: Arno Schmidt – Die Gelehrtenrepublik.01

Digitale Identität am Ende der Freiheit

In seinem Buch mit dem großartigen deutschen Titel Der Circle führt Dave Eggers uns Kindern des Internets unser Kommunikationsverhalten vor Augen und denkt dabei ein paar Entwicklungen unserer Zeit zu Ende.


„Das Internet ist schwer zu definieren. In erster Linie scheint es eine zufällige, kurzweilige Erscheinung zu sein. Keines der Web-Unternehmen, die sich durchgesetzt haben, ist einem vorgezeichneten Weg gefolgt, und die meisten sind untergegangen. Den anderen sind wir ergeben. Aber ihre rasche Selbstoptimierung und Weiterentwicklung zeigt, dass sie wissen, wie schnell sie untergehen können, wenn sie nicht mit den rasanten Entwicklungen mithalten können. Es könnte alles bald anders kommen. Und es hätte anders kommen können. An dieser Stelle setzt Dave Eggers‘ 2014 auf Deutsch erschienener Roman „Der Circle“ an. Mit sehr subtiler, zeitgenössischer Science Fiction, die in Wahrheit eher eine Social Fiction ist, da wir die Technik, die wir nutzen, und die im Buch eine Rolle spielt, ohnehin nicht mehr überblicken, konstruiert er eine Parallelwelt, die ein paar dieser „rasanten Entwicklungen unserer Zeit“ in ihre logische Konsequenz führt.

Das Buch wirft die Frage nach dem Verhältnis von Privatheit und Öffentlichkeit im Internet auf. Dieses Verhältnis steht ja spätestens seit den von Snowden veröffentlichten Geheimdienst-Aktivitäten unter kritischer Beobachtung und wir erwischen uns dabei, skeptische Blog-Artikel zu verfassen, die wir im Facebook, bei Twitter und der Vollständigkeit halber auf google+ teilen, damit sie gelesen werden, und die wir vorher in einer Cloud zwischenspeichern, weil Festplattencrashs ja irgendwie 2008 sind. Welche Informationen über uns dabei auf welchen Servern liegen und welche Firmen und Regierungen einen Einblick darauf haben, ahnen wir, können wir aber nicht überblicken. Die Sozialen Medien sehen aus wie Freunde. Selbst manche deutschen Regierungspolitiker wirken gelegentlich auf Presseauftritten, wenn man sehr vieles ausblendet, auch wie ein paar verschrobene, aber auf ihre Art sympathischen Verwandte. Aber brauchen Freunde nicht auch Geheimnisse voreinander? Was passiert, wenn es keine Geheimnisse, keine geschützten Informationen mehr gäbe? Wenn sie alles über uns wüssten? Und wir alles über sie?

Es könnte ein Unternehmen geben, das sich bspw. Circle nennt, dem es gelingt, unsere personale Identität digital zu rekonstruieren: Es müsste vielleicht nur sympathisch genug auftreten und uns mit kurzweiligen Vorteilen wie einem vereinfachten Online-Zahlungsverkehr, einer sichereren digitalen Kommunikation und hübschen, nützlichen Tools locken, damit wir mitmachen. Viele PolitikerInnen würden dieses anfangs unweigerlich unterstützen. Und plötzlich würde aus den multiplen Persönlichkeiten, die wir in Sozialen Netzwerken, anonymen Chats, Online-Games, auf Dienstleistungs- und Verkaufsplattformen annehmen, wieder eine einzige Person. Wie genau das Unternehmen uns dazu bringen sollte, mitzuspielen, kann Eggers‘ Buch nicht beantworten. Denn wir müssen es ja erstmal wollen. Vielleicht nimmt der Autor sich die literarische Freiheit, die Naivität des homo technicus noch ein wenig zu überzeichnen, um zu einem klaren Blick auf die Konsequenzen völliger Transparenz freizulegen. Vielleicht aber, und das ist das Unangenehme dabei, auch nicht.

Aber dies ist für das Buch nicht so entscheidend wie die Frage: Was bleibt von uns, wenn der Kreis sich schließt? Wenn durch ein dichtes, von Sensoren, Mikrofonen und Kameras kontrolliertes digitales Netz jede unserer Aktivitäten verfolgt und dokumentiert wird – Körperleistungen wie Handlungen? Vielleicht könnten wir Krankheiten kontrollieren und Verbrechen aufklären. Vielleicht sogar beides verhindern. Information ist Macht, das wissen wir. Wem die Macht etwas nützt – und das Ganze ist ein utilitaristisches Experiment, wissen wir nicht. Denn der Circle macht auch sich selbst und die Politik transparent.

Vielleicht ist Dave Eggers‘ Werk ein kleines 1984 unserer Zeit, aber es ist noch viel näher an unserer Gegenwart als 1984 es bei seinem Erscheinen 1948 war. Es braucht keine großen technischen Fortschritte einzuführen, wir tragen ja längst Televisoren mit uns herum und sitzen ihnen stundenlang gegenüber. Vielleicht sollten wir sie mal wieder ausschalten und ein Buch lesen“, sagte ich mir und schrieb einen skeptischen Blogartikel darüber … Merk ich selbst. Immerhin.