Zum Lachen: Die drei witzigsten Podcasts

Es gibt zu viele Podcasts. Und dann werden es auch noch immer mehr. Weil das schnell unübersichtlich wird, muss eine Vorauswahl her: Das hier sind die drei ganz objektiv witzigsten Podcasts der Welt.

Ein Gastbeitrag von Markus Hanfler


Wie erfolgreich Podcasts zurzeit sind, lässt sich an einer Zahl messen. 100 Millionen Euro. So viel hat der schwedische Musik-Streaming-Dienstleister Spotify dem streitbaren, kontroversen Podcaster Joe Rogan bezahlt. Ein Investment ,das sich wohl gelohnt hat. Spotify verkündete unlängst, dass die Nutzer٭innen um 27% auf 345 Millionen gestiegen sind. Und Schuld daran sind Podcasts, allen voran, die von Michelle Obama, Meghan Markle und eben Joe Rogan.

Es scheint, als produzieren gefühlt alle Berühmtheiten, die etwas zu erzählen haben, Podcasts, so als ob es nun zum guten Ton gehört, dass jeder eine eigene Show hat. Dabei ist der Podcast keine neue Erfindung. Das Format ist aber in den letzten Monaten und Jahren immer erfolgreicher und beliebter geworden. Ständig kommen neue Podcasts dazu. Zurzeit sollen es 850.000 aktive Podcasts sein, 70% mehr als noch vor zwei Jahren. Das sind so viele, dass sich schnell die Angst einstellt, etwas zu verpassen. Aber die Angst wird bekämpft. Mit dieser finalen, vollkommenen und maßgebenden Liste der drei witzigsten Podcasts der Welt.

1. WTF with Marc Maron

© Jason Baldwin (flickr/Creative Commons)

Die Abkürzung im Titel steht wirklich für „What the fuck“. Ohne zwanghafte Überinterpretation, der Titel hat nichts mit der Show zu tun. Marc Maron schockiert nicht und Mist produziert er auch nicht. WTF ist einfach ein sehr guter, einfühlsamer Interviewpodcast, der den Gast und sein Werk im Detail beleuchtet. Warum ist er witzig? WTF ist nicht immer witzig, aber sehr oft. Marc Maron ist Stand-up-Comedian und nutzt oft den Anfang einer Sendung, um Witze zu testen. Auch im Interviewteil überzeugt Maron immer wieder mit seiner witzigen, trockenen Art und lockert so das Gespräch auf. Maron hat tausende Gäste aus allen Bereichen interviewt. Aber, und das ist entscheidend, der Podcast war und ist immer eine Anlaufstelle für alle Arten Komiker. Marc Maron sagt selbst: Das ist der Ort, wo über Comedy diskutiert wird.

Beste Folge: mit Jerry Seinfeld vom 08.06.20 / #1129

Die Folge beginnt traurig. Zwischendrin steigt die Spannung, vor allem weil Maron und Seinfeld jahrelang ein angespanntes Verhältnis pflegten und oft unterschiedlicher Meinung sind. Aber stets fliegen die Witze durch die Luft und die Zuhörer٭innen kommen nicht umhin beim Gelächter mit einzusteigen.

Jerry Seinfeld: „Haben wir uns schon mal getroffen?“
Marc Maron: „Ich glaube, ich hatte was Chaotisches, von dem du dich fern halten wolltest.“
Jerry Seinfeld: „Das stimmt vielleicht.“

2. The Daily Show with Trevor Noah: Ears Edition

Kann politische Satire witzig sein? Klar, wenn Trevor Noah verantwortlich ist und vorträgt. Trevor Noah ist der Moderator und Chef der Daily Show, der wichtigsten Nachrichten-Satireshow in den USA, und dem Vorbild für deutsche Formate wie Extra 3 und heute Show. Die Daily Show ist normalerweise ein TV-Format, aber es gibt eine wunderbare Adaption im Podcast-Form mit exklusiven Inhalten. Dass die Daily Show so unterhaltsam ist, liegt auch an Noahs Arbeitskollegen, die mit ihren Auftritten brillieren, allen voran Ronny Chieng, Roy Wood Jr. und Dulcé Sloan, alles erfahrene Komiker. Aber auch die Interviews, die Trevor Noah führt, glänzen durch Witz und Intelligenz. Hier zeigt sich seine jahrelange Stand-up-Erfahrung.

Beste Folge: mit Barack Obama vom 11.01.21

Barack Obama war zu Gast, um sein neues Buch vorzustellen und über seinen Alltag nach dem Ausscheiden aus dem Amt zu sprechen. Trevor Noah nutzte den Auftritt um die alles entscheidende Frage zu stellen: „Schickst du Angela Merkel Memes?“

3. Conan O’Brien needs a friend

© Gage Skidmore (Commons Wikimedia)

Der nächste Podcast mit einem Late-Night-Show-Hintergrund. Der nächste Podcast, bei dem der Titel nichts mit dem Inhalt zu tun hat. Der nächste Podcast mit einem Komiker. Es scheint hier ein Muster zu geben.

Conan blickt auf eine fast 35-jährige Karriere zurück. Er hat für die Simpsons geschrieben. Wenn er im Juni von seiner Show zurücktritt, dann stand er 28 Jahre lang vor der Kamera. Trotz der langen Zeit, in der Conan immer wieder Menschen für seine TV-Sendung interviewte, kam er zu dem Schluss, dass er keinen seiner Gäste richtig kennenlernen konnte, deswegen der Podcast mit circa einstündigen Interviews, deswegen der Name des Podcast „Conan O’Brien needs a friend“. „Die Leute wollen meine Stimme hören, ohne mein Gesicht zu sehen”, so sagt er selbst über seinen Podcast.

Doch Conan sucht nicht wirklich nach einem Freund, er schafft aber eine freundschaftliche Interview-Atmosphäre bei dem einmalig, lustige Gespräche entstehen, vor allem dann, wenn sich der Gast auf Conans Improvisations-Genie einlässt. Aber Conan profitiert auch von seinen Arbeitskollegen Sona Movsesian und Matt Gourley, die am Anfang und Ende einer jeden Folge zu Wort kommen. Die Dynamik der drei macht den Podcast so unterhaltsam.

Beste Folge: mit Will Arnett vom 16.03.20

Von den 121 bisher veröffentlichten Folgen ist bestimmt die Hälfte grandios und die andere Hälfte sehr unterhaltsam. Hervorzuheben sind die Folgen mit David Letterman, Will Ferrell, Keegan-Michael Key und Ali Wong. Doch die wahrscheinlich beste Folge ist die mit Will Arnett, nicht wegen Will Arnett, sondern wegen des Podcast-Quiz am Ende des Interviews, in dem Sona, Matt und Conan streiten, improvisieren und sich gegenseitig zum Lachen bringen.

Genauso verhält es sich mit der mit David-Spade-Folge vom 08.02.20. Das Quiz am Ende des Interviews ist absurd komisch und ultra lustig.

Einen Teaser gibt’s hier:

Quelle: YouTube

Markus Hanfler schreibt über Kultur, Sport und Sportkultur und alles, was dazwischen liegt. Als der Traumberuf Dinosaurier nicht funktionierte, studierte er Geschichte und Politik in Aachen und Berlin. Nach Stationen im Journalismus, zog ihn die dunkle Seite der Macht in den Bann und er arbeitet jetzt im Marketing. Schreiben will er aber trotzdem, deswegen ist er hier.

Titelbild: © Hayden Schiff (Commons Wikimedia)

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