COVID-Filmreisen: Keepers – Die Leuchtturmwärter

Drei Leuchtturmwärter auf den abgelegenen Flannan-Inseln finden einen versteckten Koffer mit Gold, was zu ihrem mysteriösen Verschwinden führt.

Von Kathir Sid Vel


COVID-Filmreisen: 2020 ist für fast alle ein seltsames und hartes Jahr. Mir haben Netflix und Amazon Prime durch die Zeit geholfen und mich aufgemuntert. Gleich zu Beginn des Lockdowns stieß ich auf eine App namens JustWatch, die großartig darin ist, auf Grundlage meiner Abos, meines Geschmacks und des bereits Gesehen passende Filme zu empfehlen. Ich habe eine große Anzahl Juwelen ausgegraben, die in Netflix und Amazon Prime versteckt waren. Einige der besten Filme, auf die ich im vergangenen Jahr stieß, werde ich in dieser Reihe dokumentieren und diskutieren. Teil 1: Keepers – Die Leuchtturmwärter von 2018.

Auf diesen Film bin ich ich in einer Facebook-Gruppe schottischer Filmemacher gestoßen und er hat mich direkt fasziniert. „Leuchtturmwärter auf einer abgelegenen schottischen Insel, die gegen Gier und Paranoia kämpfen“ – ein perfekter Regentagsfilm.

Es ist schade, dass der Film nie in Kinos in meiner Nähe ankam – scheinbar war die Nachfrage zu gering. Außerdem erlangte zu der Zeit ein anderer Film, nämlich Der Leuchtturm (2019) von Robert Eggers mit Willem Dafoe und Robert Pattinson in den Hauptrollen, Popularität und Medienaufmerksamkeit. Beide Filme haben gemeinsame Themen – Leuchtturm auf einer Insel, historisches Stück, Psychothriller, Paranoia, Wahnsinn, tote Vögel, Sturm und sowas – die Liste ist lang!

Endlich bekam ich die Gelegenheit und sah mir Keepers – Die Leuchtturmwärter (OT: The Vanishing) bei Now TV (Sky Cinema) an. Mir gefielen die atmosphärische Ästhetik des Films und die transportierte Stimmung. Da ich in Schottland lebte und einige abgelegene Inseln und Leuchttürme besucht hatte, wusste ich die realistische Darstellung des Films zu schätzen.

Die Geschichte ist eine Analyse der menschlichen Natur. James (Gerard Butler), Thomas (Peter Mullan) und Donald (Connor Swindells) kommen aus rauen Verhältnissen. Das Leben im entlegenen Schottland des Jahres 1900 muss hart gewesen. Die drei hatten mit Geldproblemen und Trauer zu kämpfen und waren gesellschaftlich isoliert. Die Leuchtturminsel war wahrscheinlich der einzige Ort, an dem sie Ausflucht finden konnten. Dies demonstrieren sonnige und fröhliche Szenen zu Beginn der Geschichte.

Kann ein Hauch von Glück in den Weiten des Elends verweilen? In dieser Geschichte zumindest löst es schlechte Entscheidungen aus, die in Todesfällen und Traumata gipfeln. Es war erfrischend, Gerard Butler in einer, sagen wir, geerdeten Rolle zu sehen. Betrachtet man sein Profil von Rotten Tomatoes, erreichen nur zehn seiner Filme etwa 60 %, und Keepers steht davon auf Platz sieben. Peter Mullan hingegen ist zweifellos einer der besten Schauspieler unserer Zeit und sein Talent sollte mehr Anerkennung finden. Er überzeugt mit Leichtigkeit. Wahrscheinlich die einzige Figur, die in der Geschichte nichts zu verlieren hat, ist seine Rolle, Achtung, Spoiler, auch die einzige, die überlebt und lernt, die Last der Traurigkeit zu tragen.

Ich habe über das mysteriöse Verschwinden der Leuchtturmwärter auf den Flannan-Inseln gelesen, bevor ich diesen Film sah. Die wirkliche Lebensgeschichte, das Mysterium, gab dem Film einen Kontext. Ich konnte nachvollziehen, warum im Film bestimmte Dinge geschahen und welche Überlegungen möglicherweise dahinterstanden. Ich bin mir nicht sicher, ob das auch bei jemandem der Fall wäre, der den Film ohne Hintergrundinformationen anschauen würde. In den Anfangsszenen gab es wahrscheinlich eine Text-Einblendung dazu, aber Regisseur Kristoffer Nyholm und die Drehbuchautor*innen Celyn Jones und Joe Bone hätten eine weitere am Ende des Films hinzufügen können, statt ihn plötzlich und abrupt enden zu lassen.

Doch Keepers – Die Leuchtturmwärter hat das Herz an der richtigen Stelle. Es gibt in der Geschichte einige emotionale Einschläge, die vielleicht nicht stark genug sein mögen, um das Publikum gänzlich zu überwältigen, mich jedoch mit dem Wunsch nach mehr zurückließen.

Tipp: Sie ihn dir den Film einem tristen, regnerischen Tag an.

Ein Trailer:

Quelle: YouTube

Kathir Sid Vel verbrachte seine ersten drei Lebensjahre im südindischen Dschungel. Von da aus zog er in eine Kleinstadt, wo auch heute noch Menschen sich gegenseitig ihre Fragen stellen, statt diese zu googlen. Sein Kindheitstraum verwirklichte sich mit seinem Eintritt in die Werbebranche, wo er hinter den Kulissen mit vielen großen Namen Bollywoods zusammenarbeitete. Um dem unruhigen Leben zu entkommen, zog Sid ins schöne Schottland, wo er Firmen dabei hilft, digitale Technologien für sich zu nutzen. Seine Leidenschaft gilt der Diskussion von Filmen, Technologien und dem modernen Leben.

Titelbild: © Saban Films

 

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