Film, Rezensionen
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Ein Film über die Absurdität des Todes

Nach The Lobster legt Regisseur Yorgos Lanthimos nach. Sowohl in Sachen surrealen Dialogen, konsequent zu Ende gedachter Geschichte und schonungslos offenen Bildern. The Killing of a Sacred Deer erzählt die Geschichte eines Jungen, der den plötzlichen Tod seines Vaters nicht akzeptieren kann.


Martin (Barry Keoghan) ist in der Pubertät und er ist Halbwaise. Sein Vater verstarb während einer Herzoperation. Doch warum? Für Martin ist es absurd. Andere Familien, wie die des Herzchirurgen, der seinen Vater damals operierte, genießen ihr Leben, während seine Mutter (Alicia Silverstone) mit ihm in den Trümmern der Vergangenheit lebt. Das kann, ja das will, Martin nicht akzeptieren. Dass ihn der operierende Arzt Steven Murphy (Colin Farrell) nach dem Tod von Martins Vater unter seine Fittiche genommen hat und sich von Zeit zu Zeit mit ihm trifft, versucht, ihm mit väterlichen Ratschlägen und teuren Geschenken den Rücken zu stärken, macht die Sache für Martin nicht leichter – oder doch?

Im Laufe des Filmes lernen nicht nur die Zuschauer*innen Herzchirurg Steven Murphy und Augenärztin Anna Murphy (Nicole Kidman) sowie ihre Kinder Kim (Raffey Cassidy) und Bob (Sunny Sulic) kennen, auch Martin erhält mehr und mehr Einblicke und Zugang zu dieser scheinbar heilen Welt. Alles scheint in Ordnung in dieser Familie. Die Kinder brav, die Ehe gut und das Haus komfortabel. Doch dann wird erst der kleine Bob, später auch seine ältere Schwester Kim krank – Lähmungen in beiden Beinen. Die Ärzte rätseln, die Eltern sorgen sich, schreien, streiten und alle machen einander Vorwürfe. Langsam schöpft Anna Verdacht. Besteht ein Zusammenhang zwischen dem Auftauchen Martins und den unerklärlichen Lähmungen ihrer Kinder? Die Rachegelüste eines jungen Halbwaisen, der versucht, die Absurdität des Todes weiterzugeben, durchdringen die heile Welt der Murphys.

Nach „The Lobster“ erzählt Yorgos Lanthimos mit The Killing of a Sacred Deer eine Rachegeschichte, die zugleich fesselt und verstört. Die Schauspielkünste aller Protagonist*innen sind hervorragend und die heile Welt, die im harten Kontrast zur seelischen Ruine des jungen Martins steht, wird durch ihre überspitze Darstellung in all ihrer Scheinheiligkeit erfahrbar.

Der Kinostart von The Killing of a Sacred Deer ist am 28.12.2017:

Quelle: YouTube
Beitragsbild: © A24

2 Kommentare

  1. Thomas Sebesta sagt

    Um ehrlich zu sein finde ich den Ausdruck „Absurdität des Todes“ sinnentleert. Wie kann der Tod absurd sein. Absurd = widersinnig, dem gesunden Menschenverstand widersprechend. Der Tod kann aber dem gesunden Menschenverstand nicht widersprechen weil er evident ist. Das Töten kann absurd sein, das Sterben kann absurd sein – aber nicht der Tod —***kopfkratz***—

  2. Nicole Kidman wieder als selbstgefällige Gutverdienerin mit Familie und es passieren schreckliche Dinge… wieder ein dunkelhaariger Ehemann mit Vollbart, wie in Top of the Lake – China Girl; das kann ja nur gut werden, gibt es überhaupt schlechte Filme mit ihr ?

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