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This is Body War!

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Gibt es den Underground noch? Durch Show Me The Bodys Debüt Body War fühlt man sich zumindest daran erinnert. Schrammelig, laut und impulsiv. 10 Tracks, Gesamtspielzeit 30 Minuten, wie das gute alte Punk-Format. Ein konkreterer Vergleich würde Beastie Boys mit ordentlichem Hardcore-Einschlag lauten.



Diverse Sub-Sounds tummeln sich auf der Platte: Von Punk (besonders hörbar in Tight SWAT) bis zum puritanischen Noise (Honesty Hour). Show Me The Body scheinen gut zu wissen, was man nach ihrer vollen Dröhnung Hardcore braucht. Das klangliche Gemetzel, das ab und zu in Verzweiflung untertaucht, sich aber immer wieder kräftig erhebt, endet mit einer Line Aspirin.

Feiern oder Frustration? Nur Anti oder doch Anarchie? Die New Yorker Band bewegt sich konstant zwischen solchen Spannungsfeldern. In Chrome Exposed wird der Lack des „Polizei Mythos‘“ Amerikas, der trotz rassistischer Gewaltvorgehen immer noch unanfechtbar zu sein scheint, angekratzt. Death Sounds 2 lässt Großstadt und Friedhof miteinander verschmelzen; selbst Freunde werden in urbaner Depression zu (Un-)Toten.

Gewalt, Schmerz und Euphorie bündeln sich auf Body War. „It’s more real than how I feel when I have no language / Anguish I’ll tell you with my body then”, heißt es im Song New Language. Wie gut, dass die Jungs in erster Linie ihre Instrumente verkloppen.

So authentisch der Underground Sound der New Yorker Band auch ist – nichts hält davon ab, sich das Album aus Spaß an der Freude anzuhören. Auf dem Weg vom Büro über die Autobahn nach Hause, im Skatepark, beim Putzen oder Kochen. Aus gesundheitlichen Gründen sollte man jedoch das Headbangen vor allem beim Autofahren unterlassen.

Titelbild: © Show Me The Body

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