Musik, Rezensionen
Schreibe einen Kommentar

Belzebong: Schall und Rauch im Magazinkeller

Belzebong_Magazinkeller

Am vergangenen Freitag veranstaltete die Kultur Guerilla Bremen im Magazinkeller ein Konzert mit Belzebong aus Polen und Sonic Wolves aus Italien. Sie brachten satte Riffs und stonigen Doom. Der Underground lebt noch.


03.03.2017, kurz vor Doom – Niemand dürfte sich aus purem Zufall im Magazinkeller des Bremer Schlachthofs verirrt haben. Und wenn doch, so hat er oder sie mit Sicherheit einen memorablen Abend verlebt. Selbstverständlich nicht im Sinne einer Rob Zombie Show, denn dafür mangelte es eindeutig an Platz. Zum anderen ging es schlichtweg um die Musik – wie bei jedem guten Rock Konzert.

Nachdem die ersten Bierchen gemütlich getrunken waren, begann die dreiköpfige Vorband Sonic Wolves zu spielen. Unter dem fachkundigen Publikum als „die Band mit dem Drummer von Ufomammut“ bekannt, heizten sie den Laden nach fuzzy Heavy Rock Art ein. Im Auge des Sturms hypnotisierte der Song He Said… mit einem Herz aus Blues:

Der Magazinkeller füllte sich zusehends, nachdem schließlich Belzebong die Bühne betreten hatten und programmatisch mit Bong Thrower den Doom des Abends einläuteten. In behäbigem Rhythmus schwangen der Bassist und die beiden Gitarristen die Matten und walzten sich sanglos von Song zu Song.

Jeder davon gab eine wuchtige Stoner Doom Expression ab, die nicht unter zehn Minuten lag. Bands wie Sleep und Electric Wizard haben es vorgemacht; die 2008 in Polen gegründete Band dreht (mit selbstgenanntem Bezug auf Black Sabbath und Gras) den Strick aus rauchigen, leidenschaftlichen Riffs weiter.

Der Joint, der von irgendwo aus dem verzückten Publikum kam, wäre nicht zwingend notwendig gewesen, um sich den massiven Klangteppichen hinzugeben. Das Fazit des Abends fällt jedoch ungetrübt davon aus: Musikalische Leidenschaft und Frickelei sind allem Anschein nach noch tief im Underground verwurzelt. Kleines Konzert, maximale Befriedigung!

Titelbild: © Lennart Colmer

Kommentar verfassen