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Gods of Violence. Kreator melden sich hochpolitisch zurück

Kreator ist nicht nur eine der bekanntesten deutschen Thrash Metal-Bands, sie widmet sich mit ihrem neuen Album „Gods Of Violence“ auch aktuellen weltpolitischen Themen.


Inspiriert sei das Album durch die aktuelle Nachrichtenlage, die den Kopf der Band Mille Petrozza dazu veranlasst habe, über die „Kontinuität menschlicher Bösartigkeit“ nachzudenken, und seine Gedanken hierzu in Songs zu gießen. „Religion hat aktuell wieder eine Bedeutung gewonnen, die ich vor 20 Jahren nicht für möglich gehalten hätte“, sagt Mille. „Da findet eine wahnsinnig gefährliche Polarisierung statt, die dazu führt, dass wir alle einander immer mehr hassen. Darüber wollte ich schreiben.“

Bereits 2013 begann die Essener Band mit der Arbeit an dem elf Stücke umfassenden Album. Nun ist das in Schweden produzierte Werk endlich es fertig und erscheint am 27. Januar im Handel. Hungrige Fans konnten sich allerdings schon mit den Liedern „Gods of Violence“ und „Satan is Real“ auf YouTube einen kleinen Eindruck verschaffen, wohin die musikalische Reise geht.

Quelle: YouTube

Geboten wird eine Mischung aus Midtempo-Songs zum Abfeiern und schnellen Liedern mit denen Kreator ihrer Thrash-Metal-Vergangenheit treu bleiben. Dennoch fällt auf, wie viel Zeit sich die Band diesmal für die Intros zu den Songs genommen hat und damit einen melodischen Faden in das Album einwebt, in dem sich manche klassische Thrash-Metal-Hörerwartung verheddern könnte. Damit scheinen Kreator die Entwicklung fortzuführen, die sich seit dem „Hordes Of Chaos“-Album abzeichnet: Sie würzen den alten Thrash-Metal-Sound mit einer Prise Modernität.

Nichtsdestotrotz bietet das Album eine Menge Hits und prescht mit voller Energie voran. Der satte Sound wird durch die makellose Produktion Jens Bogrens (Amon AMarth, Soilwork, Dark Tranquillity, u.v.m.) hervorragend in Szene gesetzt. Vor allem Lieder wie „Satan is Real“ und „Side by Side“ gehen gut ins Ohr und bleiben dort auch hängen. Ob es der deutschen Thrash-Legende hiermit gelungen ist, sich selbst neu zu erfinden und sich dabei gleichzeitig treu zu bleiben, muss jede und jeder am Ende selbst entscheiden. Fest steht, Kreator haben sich getraut etwas Neues zu unternehmen, ohne die „Thrash-Metal-Trinität“ (Sodom, Destruction, Kreator) zu verlassen und trotz seines erdrückend ernsten Themas liefert „Gods Of Violence“ auch zum Feiern eine solide Soundgrundlage. Damit ist es ein absolutes Muss für jeden Thrash-Metal-Fan.

Live zu erleben ist es ab dem Frühjahr 2017 in folgenden Städten:

03.02.2017 München, Tonhalle
04.02.2017 Hamburg, Mehr! Theater
16.02.2017 A-Wien, Gasometer
17.02.2017 Wiesbaden, Schlachthof
18.02.2017 Berlin, Columbiahalle
19.02.2017 CH-Pratteln, Konzertfabrik Z7
04.03.2017 Essen, Grugahalle

Titelbild: © Robert Eikelpoth

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