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Notwist-Gründer Markus und Micha Acher – auf dem Weg zu sich selbst?

Mit (mindestens) fünf Veröffentlichungen melden sich die beiden Notwist-Gründer und Brüder Markus und Micha Acher allein diesen Herbst aus dem Studio. Keine davon haben sie allein aufgenommen, doch auf allen verfolgen sie persönliche Herzensprojekte. Und obwohl sie seit Jahren mit verschiedenen Projekten stilistisch immer weiter in die Breite gehen, scheinen beide momentan eher auf der Suche nach ihrer künstlerischen Mitte zu sein.


Als „aktiv wie nie“ beschreiben Morr Music in einer Ankündigung die aktuelle Schaffensphase von Markus und Micha Acher, den beiden verbleibenden Gründungsmitgliedern von Notwist. Diese Feststellung beeindruckt umso mehr, betrachtet man, wie aktiv sie ohnehin seit vielen Jahren sind. Mit Notwist vollzogen sie ab Ende der 80er-Jahre erst die musikalische Entwicklung vom Metal über den Grunge zum Indie-Rock mit, drückten ihr dabei aber einen immer deutlicheren eigenen Stempel auf. Dass die Band über die Jahre zur kreativsten und der gleichzeitig einzigen wirklich international erfolgreichen deutschen Indie-Band wurde – sie werden mittlerweile unter anderem von Sub Pop vertrieben –, verdanken sie eben vor allem ihrer unaufhörlichen Aktivität. Und ihrer Offenheit. Immer wieder schloss sich die Band für neue Künstler auf, die der Musik neue Richtungen gaben. Das prägnanteste Beispiel hierfür ist wohl Martin Gretschmann, der ab der 1998er Platte „Shrink“ Teil der Band war und unbeirrt seine Electronica-Sounds einbrachte, die er zuvor solo als Console ausgeprägt hatte. Mittlerweile hat er die Band verlassen, doch andere Kreative umgeben weiterhin die Acher-Brüder, allesamt auch in anderen Projekten engagiert und längst auch ohne Notwist standfest in der Szene.

Denn nicht nur vereinnahmt Notwist brillante Künstler der Jazz- und Indie-Szene vor allem aus dem geografischen Umfeld ihres Zentrums Weilheim (vor allem München). Auch gründet man gemeinsam neue Projekte und findet sich auf Tour etwa als Le Millipede, Tied & Tickled Trio oder Lali Puna wieder, bietet Ideen Raum und lässt sie sich ausbreiten. Das Kollektiv scheint seine Arbeitsweise vor allem in intensiven Aufnahme- und Live-Sessions gefunden zu haben, worin sie an Musiker der Krautrock-Szene wie das Kölner Band-Kollektiv Can erinnern. Wie letztere hat auch Notwist sich einen Namen mit Soundtracks für Theaterproduktionen und Filme gemacht. Auszüge dieses Werks veröffentlichten sie erst 2015 als „Messier Objects“. Wovon sie sich in all den Jahren nie haben abbringen lassen, ist die Sorgfalt, mit welcher sie ihre Songs ausarbeiten.

Superheroes, Ghostvillains + Stuff. Notwist zum ersten Mal seit 1994 als Live-Album

Dass Veröffentlichungen einzelner Songs, wie sie verrieten, bisweilen eines Vorlaufs von drei Jahren Studio-Arbeit bedürfen, glaubt man gern. Man kann nur hoffen, dass sie genügend Sicherheitskopien ihrer Festplatten machen, auf denen unzählige Versionen ihrer Song-Fragmente liegen müssen, die Fans weltweit sicher zu schätzen wüssten. Vielleicht wird es irgendwann eine kritische Edition geben. Sie würde sicher Absatz finden. Doch ihr Live-Album „Superheroes, Ghostvillains + Stuff“, das am 14. Oktober erschien, zeigt, dass ihre Kunst auch einen Festplattencrash überstehen würde, wenn es ihnen doch offensichtlich gelingt, alle Facetten des Band-Sounds in nur einer Stunde und 40 Minuten zu rekonstruieren.

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© Patrick Morarescu

Gemessen am Facettenreichtum, den ihre Musik über die Jahre angehäuft hat, ist das nicht viel Zeit. Für ein einzelnes Album wiederum ist dies eine gewaltige Spieldauer, die einen umfassenden Einblick in Werk und Live-Qualitäten bietet. So bringt es das Album auf ganze sechs LP-Seiten. Beeindruckend ist nicht nur ihr souveränes Wechselspiel zwischen Indie-Rock-, Electro- und Jazz- Elementen, zwischen prägnanten Riff-Kompositionen und ausschweifenden Improvisationen. Auch die Qualität der Live-Aufnahmen aus dem Leipziger UT Connewitz weiß zu überzeugen. Wäre zwischen den Songs kein Publikum zu hören, könnte man fast meinen, es handele sich um Aufnahmen einer wochenlang perfekt eingestellten Studiosession. Und selbst für diese wäre die Qualität noch hoch. Die Live-Situation gibt den Songs sowohl neue Richtungen als auch Antriebe. Fast stellen sie die Studio-Versionen in den Schatten.

Quelle: Bandcamp

Auf „Superheroes, Ghostvillains + Stuff“ liefern Notwist mit ihrer sechsköpfigen Live-Band also eine durch und durch gekonnte, über Jahre gereifte Show ab. Fast machen sie auch die legendären Konzerte der Phase mit Martin Gretschmann vergessen, der seinerseits dafür bekannt war, Synthesizer mit Nintendo-Wii-Controllern zu bedienen, inmitten einer treibenden Liveband gelassen und roboterhaft seine Electro-Samples live programmierte und sich mit Sätzen wie „wenn man vor so einem tausendköpfigen Publikum steht, fühlt man sich ja irgendwie fehl am Platz“ zitieren lässt. Nie ging es nach seinem Ausstieg darum, den Platz neu zu besetzen, sondern vielmehr den freigewordenen Raum mit neuen Ideen und Kräften auszufüllen. Dieser avantgardistische Ansatz macht sich bezahlt. Ihr Sound ist wieder gitarriger geworden, jedoch nicht ärmer. Nicht zuletzt findet Notwist hierzu Unterstützung in einer Szene, nennen wir sie „New Weird Bavaria“, deren Grundstein sie vielleicht selbst gelegt haben. Kurzer Exkurs:

New Weird Bavaria

Der 2013 aufgekommene Begriff „New Weird Bavaria“ greift eher auf eine Szene statt eine Musikrichtung. Er rekurriert auf jene Personengruppe, der die beiden Acher-Brüder zwar selbst nicht angehören, mit denen sie doch in diversen Projekten verwoben sind, also auch einen Großteil des Notwist-Kollektivs. Dies sind vor allem jüngere Musiker, deren gemeinsame biografische Details darin bestehen, aus der bayerischen Provinz nach München gezogen zu sein und dort eine verflochtene Szene zu bilden. Dazu zählen The Marble Man, Joasihno, Aloa Input, GEF, The Dope – allesamt erstaunliche Projekte mit ureigenen Sounds, die stilistisch nicht viel zusammenhält. Außer, dass sie allesamt in irgendeiner Weise Pop machen, und in keiner Weise Wohlfühlmusik. Außerdem eint sie ein Notwist-eskes Faible für ausschweifende Instrumentalparts.

Quelle: Bandcamp

Die Musik Aloa Inputs etwa wird in der taz beschrieben als „Symbiose aus Eigensinn, Zitat und Popsong“. Aber nicht die Musikpresse, sondern Aloa-Inputs Flo Kreier brachte den Namen einst in Anlehnung an das Genre „New Weird America“ über Myspace ins Spiel. Dass „New Weird Bavaria“ mittlerweile als Deckname der gesamten Szene geführt wird, hat auch eine politische Dimension. Denn erstmals findet er als solcher nach der Landtagswahl 2013 Verwendung, in der Horst Seehofers CSU ohne Probleme allein die absolute Mehrheit erlangte. So scheint er schlicht eine Gruppe junger Kreativer und Andersdenker zu bezeichnen, die ein Gegenbild Bayerns produzieren. Elias Kreuzmair bringt ihre Position für DIE ZEIT auf den Punkt:

„Still und leise widersprechen die Musiker dem selbstherrlichen Stammtischgebrüll in Stadt, Land und Politik. Große vereinnahmende Gesten sind Aloa Input, Joasihno, The Dope, Angela Aux, The Marble Man und GEF grundsätzlich fremd. Ihre Musik drängt sich nicht auf.“

Quelle: DIE ZEIT

Statt auf Plakativität bauen sie ihre Kunst vielmehr auf Feinsinn auf, was tatsächlich eine Gemeinsamkeit aller Musiker der Szene ist. Dass Mitglieder dieses Kreises wie Joasihno- und Aloa-Input-Mitglied Cico Beck nun auch selbst längst Teil Notwists sind, ist ebenfalls kein Zufall. Denn Andersdenker gab es auch in Bayern schon immer. Doch in experimenteller und großteils Crossover-Musik scheinen sie eine neue produktive Mitte sowie eine Bühne gefunden zu haben, welche es wiederum ohne die Vorarbeit von und um Notwist wahrscheinlich nicht gäbe. Diesen gelingt es eben seit Jahren wie wenigen anderen, Künstler verschiedenen Genres und Vertreter der Jazz-, Electro- und Indie-Szene zusammenzuführen.

Bayerische Provinz, Westcoast und zurück: Micha Acher

Nie ging es darum, die Szenen in irgendeiner Form zu kontrollieren, sondern sie eben künstlerisch auszuschöpfen und ihnen dadurch Gehör zu verschaffen. So gehen in Notwists Live-Band, wie sie auf „Superheroes, Ghostvillains + Stuff“ zu hören ist, auch der Jazz-Schlagzeuger Andi Haberl und der norwegische Jazz-Percussionist Karl Ivar Refseth auf. Und auch Micha Acher ist als Jazz-Trompeter und -Tubist aktiv und spielt abseits der internationalen Medienaufmerksamkeit in Combos wie Landlergschwistern oder Hochzeitskapelle. Auch mit Hochzeitskapelle hat er am 28. Oktober ein Album veröffentlicht: „The World Is Full Of Songs“, erschienen bei Gutfeeling Records. Die Konzerte dieser Combos konzentrieren sich auf München und die bayerische Region. Mit Notwist hingegen war er schon weltweit unterwegs, spielte ausgiebige Nordamerika-Touren, gab Live-Sessions wie für KEXP in Seattle oder war neben den kalifornischen Hiphopern von Themselves Teil des Crossover-Projekts 13&God. Während eine deutschlandweite Releaseshow für „Superheroes, Ghostvillains + Stuff“ mit Konzerten im Lido, Zakk, Astra und Große Freiheit 36 in Vorbereitung ist, feierte Acher am 23. Oktober erstmal im Münchner Fraunhofer Wirtshaus & Theater das Release von Hochzeitskapelle. Es handelt sich hier offensichtlich um eine Herzensangelegenheit.

Quelle: YouTube

Alien Ensemble 2 – ein Brückenschluss zwischen Provinz und Weltbühne?

Dass er auch im Notwist-Umfeld auf beeindruckende Jazz-Musiker zurückgreifen kann, führte Micha Acher wohl zu der Überlegung, seine verschiedenen künstlerischen Ambitionen, allen voran Trompete und Arrangement, miteinander zu verbinden. 2010 gründete sich auf seine Initiative das Alien Ensemble, das nun am 23. September ebenfalls ein Album präsentierte, sein zweites bereits. Schon der Bandname macht klar, dass es sich hier um eine Supergroup des Kollektivs handelt, was insofern irritiert, als dass aufgrund von Überschneidungen ohnehin alle Projekte von Alien Transistor und benachbarter Labels bereits Supergroups sind. Doch das Alien Ensemble ist unter ihnen eine besondere. Einerseits setzt es sich aus Musikern zusammen, die sich in verschiedenen Projekten im hauseigenen Notwist-Labels Alien Transistor verdient gemacht haben, darunter auch Refseth und Haberl. Andererseits greift es die Vielseitigkeit der anderen Projekte der beteiligten sieben Musiker auf, entwickelt diese aber nicht weiter, sondern führt sie in einer zeitlosen Jazz-Instrumentierung zusammen.

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© Alien

Das Experiment weicht spätestens auf „Alien Ensemble 2“ vollends dem Arrangement. Zu hören sind Elemente von Krautrock, Ambient und Neuer Musik. Auch klassische Filmsoundtracks der 50er Jahre scheinen kontemporalisiert zu werden und ein wenig erinnert das Album in seiner Melancholie stellenweise gar an Klezmer. Doch es klingt erstaunlich geschlossen, fast wie ein Konsens, was umso mehr erstaunt, da die einzelnen Songs nicht einem einzelnen Komponisten entstammen, sondern von unterschiedlichen Mitgliedern des Ensembles beigesteuert werden. Es ist gleichwohl jedoch auch eine Schwäche des Projekts, wenig für sich allein stehendes Profil aufzuweisen. Da es inmitten der verschiedenen Bands sowohl des Labels auch der Projekte Micha Achers steht, fehlt ihm die eigene Richtung. Entgegen sonstiger Bestreben der Musiker fällt ihr neues Album trotz innovativer Grundideen nicht avantgardistisch aus, sondern schließt eben in erster Linie eine Lücke anstatt eine neue Entwicklungsrichtung zu öffnen.

Quelle: Bandcamp

Rayon. Was nach den Soundtracks kommt

Die bemerkenswerteste Veröffentlichung der aktuellen Release-Reihe aus dem Hause Acher ist indes eine andere: Markus Achers Soloalbum „A Beat of Silence“, das er am 11.11. als Rayon bei Morr Music veröffentlichen wird. Auch der Notwist-Sänger gibt sich hier instrumentalverliebt und in Begleitung wohlbekannter Mitmusiker. Für Songwriting und -arragements erklärt er sich jedoch allein verantwortlich. Wer jedoch auf die absurde Idee käme, es könnte sich um Singer-Songwriter-Album handeln, das bekannte Stärken Markus Achers wie sein Gitarrenspiel oder seinen markanten Gesang zusammenbringt, die doch konstitutiv zur Stimmigkeit der Notwist-Sounds beitragen, sollte es eigentlich besser wissen. Denn einfach macht es sich auch hier wie immer niemand. Rayon gibt sich vollkommen instrumentell und statt Gitarren-Rock oder -Folk ist es vor allem ein Perkussions-Projekt. In gewisser Hinsicht ist A Beat Of Silence damit auch ein durchaus freches Album. Lässt es sich stilistisch trotz psychedelischen oder Industrial-Elementen am ehesten dem Ambient-Genre zuordnen, so kommt es dennoch ohne digitale Effekte und Synthesizer aus. Das unterscheidet es auch vom ersten Rayon-Release „Il Collo e la Collana“ von 2015, welcher vor allem ein Electro-Album darstellt. Auf „A Beat Of Silence“ wiederum ist jeder Klang, jedes Delay per Hand eingespielt, sind die Effekte analog erzeugt. Und doch ergeben sich die Elemente zu sphärisch-hypnotischen Soundscapes.

Ein wenig erinnert das Konzept der Platte an Gregor Schwellenbachs 2013er Cover-Album „Spielt 20 Jahre Kompakt“, das analog instrumentierte Neuinterpretationen von Songs des Kölner Electro-Labels enthält. Auch eine stilistische Nähe zum British-Seapower-Soundtrack des Filmklassikers „Man of Aran“ von 2009 lässt sich nicht bestreiten. Jedoch mit dem wesentlichen Unterschied, dass Rayons Album ohne dazugehörigen Film auskommt, denn die Musik ist zwar minimalistisch arrangiert, wirkt dabei aber weder hintergründig noch unvollendet. Soundtracks schreiben kann Markus Acher selbst ja auch. Und sein Solowerk scheint tatsächlich von dieser Arbeit stark inspiriert zu sein.

Denn was Acher und Notwist über ihre Soundtrack-Engagements immer stärker ausprägten, war die Fähigkeit, Stimmungen musikalisch einzufangen, Szenen nicht nur zu untermalen, sondern zu interpretieren. Ein beeindruckendes Beispiel hierfür ist ihre Arbeit für das Deutsche Theater. In Jette Steckels Inszenierung von Sartres „Das Spiel ist aus“ findet unter der Song „Casino“ Verwendung, der auch auf Notwists Album „Close To The Glass“ auftaucht. Er interpretiert einen merkwürdigen Eindruck Achers, nämlich das Gewahrwerden verlorener Zeit, und gibt szenisch die Betrachtung eines in die Jahre gekommenen Paars wieder, das von Jahren in Casinos und Bars gezeichnet, ein Hauch von Zweifel am Sinn ihrer Existenz überkommt. Dass er auch als endgültig erdrückende Untermalung der Schlussszene von Sartres existenzialistischem Stück funktioniert, liegt vor allem in der Offenheit und Übertragbarkeit seines Motivs.

Teaser zu „Das Spiel ist aus“ im Deutschen Theater:

Quelle: YouTube

Das Konzept von „A Beat Of Silence“ scheint nunmehr ein anderes zu sein. Es lässt sämtliche Bezüge völlig offen und wenn konkrete Elemente aus veröffentlichten Soundtracks wieder hervortreten, scheint es vor allem darum zu gehen, ihr szenisches Potenzial in all seiner Offenheit darzulegen. So taucht auch ein ganzer Song von Notwists „Messier Objects“ wieder auf. Dort wurde er als „Object 16“ gelistet, hier findet er als „On The Quiet“ in neuer Aufnahme endlich seinen Albumkontext und künstlerischen Eigenwert. Dies scheint ohnehin das von Rayon verfolgte Experiment zu sein: eine Erkundung der für sich stehenden Werte jener rohen Song-Versionen. Es sind letztlich sowohl die Sorgfältigkeit der Arrangements als auch die konzentrierte Studioarbeit, die „A Beat of Silence“ zu einem für sich allein stehenden Werk machen. Denn im Album gehen hohe technische Fähigkeiten der beteiligten Musiker wie auch bemerkenswerte Aufnahmequalitäten auf. Zu jedem Zeitpunkt hört man dem Album an, dass hier Soundfetischisten am Werk waren, die allem Anschein nach einmal auf die Spitze treiben wollten, was aufnahmetechnisch möglich ist. Vielleicht steht „A Beat of Silence“ damit noch stärker als „Superheroes, Ghostvillains + Stuff“ für die anhaltende Post-Electro-Phase von Notwist.

merke: bleibt spannend

Sollten die beiden Brüder in den jüngsten Releases tatsächlich ihre künstlerische Mitte suchen, so wäre dies in jedem Fall ihr gutes Recht. Es ist nicht leicht, zwischen ihren Projekten einen Überblick zu behalten. Dabei trifft die Feststellung, dass sie aktiv wie nie sind, ohne Frage zu. Was sie zum Glück in keinem Projekt ablegen, sind ihre Sorgfalt und ihr Feinsinn, mit denen sie seit jeher sämtliche Projekte beleben. Abgesehen davon mag ihr Live-Album zwar viele Facetten präsentieren. Am Ende reicht auch die Spielzeit von 1’40“ nicht aus, um allen Erscheinungsweisen der beteiligten Künstlern gerecht zu werden, von denen hier ja überhaupt nur auf wenige eingegangen wurde. Auch die aktuell angekündigten Live-Auftritte der Acher-Brüder muss man sich, abgesehen von der medial präsenten Notwist-Tour, mühsam zusammensuchen. Während Markus mit seinen Rayon-Mitmusikern am 20. November zum Releasekonzert ins Berliner Radialsystem V einlädt, ist Micha Acher etwa zwei Tage zuvor im Münchner Milla Live-Club zu sehen und hören. Er spielt an dem Abend Trompete bei G.Rag y los Hermanos Patchekos Caribbean Trash Orchestra. Das neue Album erscheint am selben Tag.

Quelle: YouTube

Titelbild: © Johannes Haslinger٭


٭Das Bild zeigt übrigens nicht, wie Titel und Artikel suggerieren, Markus und Micha Acher, sondern zweimal Markus. Und einen verwischten Dritten. Ein gemeinsames Pressebild, das nur die beiden zeigt, liegt nicht vor. Warum auch.

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